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Robert_Bosch_3-HK-00032Textmarke_rot_RBRobert Bosch, Namensgeber unserer Schule

 

Bild rechts: Robert Bosch 1931. Mit 70 Jahren ist der schwäbische Unternehmer eine weit über Deutschland hinaus geachtete Persönlichkeit. Neben dem geschäftlichen Erfolg seines Unternehmens hat er sich durch seine soziale Einstellung und sein Engagement für das Allgemeinwohl einen Namen gemacht. (Quelle: Pressebildarchiv der Robert Bosch GmbH, www.bosch-presse.de/presseforum).

 

Textmarke_rot_RBGymnasium Gerlingen wird Robert-Bosch-Gymnasium
16. April 2008

„Meine Absicht geht dahin, neben der Linderung von allerhand Not, vor allem auf Hebung der sittlichen, gesundheitlichen und geistigen Kräfte des Volkes hinzuwirken… Es soll gefördert werden: Gesundheit, Erziehung, Bildung, Förderung Begabter, Völkerversöhnung und dergleichen“. Robert Bosch, 1935; zur Vermögensverwaltung der Robert Bosch GmbH.

Am Mittwoch, 16. April 2008, beschloss der Gemeinderat der Stadt Gerlingen als Schulträger des Gymnasiums Gerlingen in einer regulären, öffentlichen Gemeinderatssitzung einstimmig, der Schule im Jubiläumsjahr (50 Jahre Stadt Gerlingen, 40 Jahre Gymnasium Gerlingen) den Namen Robert-Bosch-Gymnasium zu geben.

Bei der öffentlichen Sitzung anwesend waren auch Vertreter der Schule: Schulleitung, Elternbeirat, Förderverein - alle wohnten den Stellungnahmen der Fraktionen des Gemeinderates und der Beschlussfassung bei.

Nachdem die Schulkonferenz ihre Stellungnahme abgegeben und das Regierungspräsidium in Stuttgart dem Vorhaben zugestimmt hatte, konnte die Umbenennung der Schule vollzogen werden.

Die Umbenennung der Schule wurde bei einer Feierstunde am 19. September 2008 wirksam (siehe dazu untenstehenden Bericht).

 

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Textmarke_rot_RBLeben und Werk von Robert Bosch (1861 - 1942)

Bosch_PortraitZur Einführung in Leben und Wirken von Robert Bosch hat der Webmaster eine kurze Biografie zum Namensgeber der Schule verfasst.

Bild rechts: Portrait von Robert Bosch im Kaminzimmer der Bosch-Villa.

Quellen:
Robert Bosch Stiftung, Robert Bosch GmbH, Katalog zum 100-jährigen Unternehmensjubiläum 1986, Wikipedia, Stuttgarter Nachrichten, Grundgesetz, Schulgesetz.

Robert Bosch wurde im September 1861 in Albeck (bei Ulm) geboren und hatte elf Geschwister. Er besuchte in Ulm die Realschule und schloss eine Lehre zum Feinmechaniker an. Anschließend arbeitete er bei verschiedenen Unternehmen in Deutschland, Großbritannien und in den USA. Besonders die hier gemachten Erfahrungen waren auch prägend für die in seinem Unternehmen entwickelte Unternehmenskultur. Zwischen 1881 und 1882 kehrte er nochmals nach Ulm zurück, um seinen Militärdienst abzuleisten.

Im Alter von 25 Jahren eröffnete Robert Bosch in der Stuttgarter Rotebühlstraße 75b eine „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“. 1897 gelang es ihm, einen Magnetzünder für stationäre Verbrennungsmotoren auf Kraftfahrzeugmotoren zu übertragen. Dies und die Weiterentwicklung zum Hochspannungsmagnetzünder war ein entscheidender Durchbruch für die damals noch junge Automobiltechnik und auch für den wirtschaftlichen Erfolg seines Unternehmens. Bosch expandierte frühzeitig in europäische Nachbarländer; 1910 startete die Produktion auch in den USA, Niederlassungen in Asien, Afrika und Australien folgten.

Robert_Bosch_Bildarchiv_ArbeitsweltBild rechts: Robert Bosch prüft eine Lehrlingsarbeit (1936); (Quelle: Pressebildarchiv der Robert Bosch GmbH, www.bosch-presse.de/presseforum)

Große Sorgfalt ließ Bosch stets bei der Auswahl seiner Mitarbeiter walten. Aus- und Weiterbildung des Personals waren ihm stets wichtige Anliegen.

Für sein Unternehmen führte Robert Bosch frühzeitig Sozialstandards ein, die Vorbildwirkung hatten: 1906 verordnete er den Achtstundentag (der erst 1919 für ganz Deutschland in die Weimarer Verfassung geschrieben wurde), seit 1910 war der Samstagnachmittag arbeitsfrei und es gab feste Urlaubsregelungen für die Belegschaft; die bei Bosch gezahlten Löhne übertrafen die der Konkurrenz zum Teil um über 50 %. Die ab den späten 20er Jahren aufgebaute „Bosch-Hilfe“ stellte eine Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenversorgung sicher, die allein vom Unternehmen, ohne Arbeitnehmerbeiträge, aufgebracht wurde. Außerdem investierte Bosch gezielt in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter.

Als liberaler Demokrat unterstützte Bosch nach dem ersten Weltkrieg aktiv den Aufbau der deutschen Demokratie; er förderte (auch finanziell) die „Deutsche Liga für den Völkerbund“, welchen man als indirekten Vorläufer der heutigen Vereinten Nationen ansehen kann und setzte sich stark für die deutsch -französische Aussöhnung ein. Robert Bosch und einige seiner engsten Mitarbeiter, wie etwa sein Privatsekretär und späterer Geschäftsführer Hans Walz, gehörten dem Verein zur „Abwehr des Antisemitismus“ an. Die 1926 von Bosch gegründete Stuttgarter Ortsgruppe des Vereins finanzierte unter anderem die Auswanderung inhaftierter Juden. Durch Aufnahme von Juden und Halbjuden und vielen anderen Verfolgten des Naziregimes in das Unternehmen konnten diese dem Zugriff der Gestapo entzogen werden.

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Bild oben: das so genannte Bosch-Areal im Stuttgarter Westen (Januar 2003): diese Gebäude gehören zu dem Gebäudekomplex, der ab 1907 die Fabrikation und die Verwaltung der Robert Bosch GmbH beherbergte: die Stuttgarter Keimzelle des heutigen Weltkonzerns.

Der so genannte „Bosch-Kreis“ stellte eine Art Anlaufstelle des deutschen Widerstandes gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft dar (Zitat: „Gedenktag 20. Juli“, Landesbildungsserver Baden-Württemberg): der von den Widerständlern des 20. Juli als Kanzler vorgesehene Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler stellte mit Wissen und mit der Unterstützung von Robert Bosch Kontakte zum deutschen Widerstand her.

Im Artikel 14 (Abs. 2) unseres Grundgesetzes heißt es: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen“. Robert Bosch hat diesem Grundsatz zeitlebens in vorbildlicher und vielfältiger Weise entsprochen. Stets fühlte er sich verpflichtet, Vermögen und Gewinn seines Unternehmens nicht nur zu dessen Erhalt und Ausbau, sondern auch zum Wohle seiner Belegschaft und zum Wohle der breiten Allgemeinheit einzusetzen. „Gedankliche Unabhängigkeit, Familientradition und die frühe Beschäftigung mit sozialen Fragen seiner Zeit sind Wurzeln seines philanthropischen Wirkens. Wie mit der Wirtschaftstätigkeit seines Unternehmens verfolgte Bosch auch mit seinen Stiftungen, Zuwendungen und den anderen öffentlichen Aktivitäten die Absicht, an der Verbesserung der Lebensverhältnisse seiner Zeit mitzuwirken und Gesellschaft und Staat mitzugestalten“ (Zitat: Robert Bosch Stiftung).

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Bild oben: im Stuttgarter Osten ließ Robert Bosch sich 1910 ein repräsentatives Familiendomizil errichten; es liegt an der Heidehofstraße und ist heute Sitz der Robert Bosch Stiftung.

Bild unten: die Bosch-Villa als Spiegelbild in der Wasserfläche des Innenhofs des Neubaus der Robert Bosch Stiftung (und Weiterbildungszentrum).

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1921 verfügte Bosch in seinem Testament die Übertragung der Verwaltung seines Vermögens an die Vermögensverwaltung Bosch GmbH (VVB). Ab 1937 wurden die an seine engsten Mitarbeiter verkauften Geschäftsanteile nach und nach wieder zurückerworben und die 1917 gegründete Robert Bosch AG in eine GmbH umgewandelt. Die Dividende der Unternehmensaktivitäten sollte gemäß Testament stets gemeinnützigen Zwecken dienen. Nach seinem Tod 1942 war Boschs Vermögen zunächst an die Erben übergegangen. Die Testamentsverwalter sollten innerhalb einer 30-jährigen Frist entscheiden, wann diese Anteile auf die Vermögensverwaltung übertragen werden.

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Bild oben: Kaminzimmer im Erdgeschoss von Robert Boschs Wohnhaus im Park an der Stuttgarter Heidehofstraße.

In den frühen 60er Jahren einigten sich die Testamentsverwalter mit den Erben: nur 8 % der Geschäftsanteile und 7 % der Stimmrechte verblieben danach bei der Familie Bosch; 92 % der Geschäftsanteile gingen an die 1992 in Robert Bosch Stiftung umbenannte Bosch Vermögensverwaltung, die keine Stimmrechte besitzt. Die restlichen 93 % der Stimmrechte liegen bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG, die nur 0,01 % der Anteile erhielt und die unternehmerische Gesellschafterfunktion wahrnimmt. Mit dieser wohl einmaligen Vermögensverwaltungsstruktur behält die Robert Bosch GmbH auch in den modernen Zeiten der Fixierung der Unternehmensaktivitäten auf die Optimierung des Shareholder-Value ihre von Bosch beabsichtigte Unabhängigkeit. Die Bosch-Gruppe besteht heute (2005) aus 280 Tochtergesellschaften, davon 250 im Ausland; sie setzt jährlich über 40 Mrd. € um und beschäftigt 250 000 Mitarbeiter, davon mehr als 40% im Inland.

Die Robert Bosch Stiftung gehört (vom Stiftungsvermögen her) zu den größten Stiftungen bürgerlichen Rechts in Deutschland und hat außer dem Unterhalt des 1915 von Bosch zunächst als homöopathische Einrichtung gegründeten und 1940 mit einem Neubau auf dem Stuttgarter Pragsattel verwirklichten Krankenhauses vielfältige Ziele:

  • die Förderung der Völkerverständigung
  • die Wohlfahrtspflege
  • die Förderung von Bildung und Erziehung
  • Unterstützung von Kunst und Kultur
  • Förderung der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften in Forschung und Lehre

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Bild oben: Apotheke im Robert-Bosch-Krankenhaus 1940: Die Apotheke des nach ihm benannten Krankenhauses fand das besondere Interesse von Robert Bosch beim Eröffnungsrundgang im April 1940. Der seinerzeitige Ärztliche Direktor des Krankenhauses, Professor Dr. Alfons Stiegele (links) und der Apotheker der Klinik (rechts) begleiten den Stifter (Quelle: Pressebildarchiv der Robert Bosch GmbH, www.bosch-presse.de/presseforum).

Bosch_VermaechtnisDie Spenden- und Stiftungstätigkeit Boschs begann bereits 1910 mit einer Ein-Millionen-Mark-Spende an die Technische Hochschule Stuttgart; im Ersten Weltkrieg wurde eine „Kriegshilfe“ finanziell ausgestattet, seit 1916 stand das Robert Bosch Krankenhaus zur Verfügung und der Stuttgarter Neckarkanal wurde mitfinanziert; der Schwäbische Siedlungsverein sollte gesunden sozialen Wohnraum zur Verfügung stellen; 1918 wurde der „Verein zur Förderung der Volksbildung“ gegründet, der später den Anstoß zur Volkshochschulbewegung gab; vor und während des 2. Weltkrieges wurden jüdische Wohltätigkeitsorganisationen unterstützt und die Flucht vieler Juden aus Deutschland finanziert (Walz-Hilfe). Das sind nur wenige Beispiele aus dem umfangreichen sozialen Wirken von Robert Bosch und seinem Unternehmen.

Bild rechts. Das Vermächtnis Robert Boschs (im Foyer des Neubaus der Robert Bosch Stiftung.

„Meine Absicht geht dahin, neben der Linderung von allerhand Not, vor allem auf Hebung der sittlichen, gesundheitlichen und geistigen Kräfte des Volkes hinzuwirken… Es soll gefördert werden: Gesundheit, Erziehung, Bildung, Förderung Begabter, Völkerversöhnung und dergleichen“. So schreibt Bosch in den Richtlinien zur Vermögensverwaltung der Bosch GmbH im Jahr 1935.

Robert Bosch fand auf dem Stuttgarter Waldfriedhof seine letzte Ruhestätte.

 

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Bilder oben und unten: die Grabstätte von Robert Bosch und seiner Frau Margarete Bosch Woerz

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Bild oben: Grabinschrift. Das Grab von Robert Bosch befindet sich in prominenter Nachbarschaft des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Gebhard Müller oder des früheren Stuttgarter Oberbürgermeisters Arnulf Klett.

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Bild oben: der Stuttgarter Waldfriedhof (Stuttgart-Degerloch).

Wir hoffen, dass durch die Beschäftigung mit Leben und Werk Robert Boschs dieser zu einer Leitfigur für unsere Schüler/innen wird und die Namensgebung sich dadurch segensreich und identifikationsstiftend auf die Entwicklung unserer Schule auswirkt.

Zusammengestellt von: Albert Pfänder, AL im Bereich Naturwissenschaften, Webmaster, Systemadministrator, Oberstufenberater, Sammlungsleiter Physik am Robert-Bosch-Gymnasium, Gerlingen.

 

Textmarke_rot_RBHinweis: zum 150-sten Geburtstag von Robert Bosch 2011 hat die Robert Bosch Stiftung eine Schrift herausgegeben, die sich vor allem auch mit dem Vermächtnis, mit dem Weiterwirken seiner Ziele und Ideale, auseinandersetzt. Sie enthält auch einen “Brief” von seinem Enkel Christof Bosch an den Großvater.

Link zur pdf-Datei bei der Robert Bosch Stiftung.

 

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Textmarke_rot_RBUnterstützung unserer Bildungsziele durch die Robert Bosch GmbH

Das Gerlinger Gymnasium hat seit Jahren auch vom Engagement der Robert Bosch GmbH für die Förderung von (naturwissenschaftlich - technischer) Ausbildung, Verbesserung der Bildungsbedingungen der Jugend und für die Völkerverständigung profitiert. Das Unternehmen ist an Initiativen beteiligt, welche diese Ziele verfolgen (Wissensfabrik, NatWorking, Jugend forscht) oder hat sich völlig unabhängig davon verpflichtet gefühlt, sich gerade für die der Bosch-Hauptverwaltung (im geografischen Sinne!) “zu Füßen liegende” Bildungseinrichtung, nämlich für unsere Schule, einzusetzen und ihr jede erdenkliche Unterstützung zukommen zu lassen:

  • das Robert-Bosch-Gymnasium erhielt in den letzten Jahren jeweils 5000,- € pro Schuljahr (seit 2010 jeweils 3000,- €) von der Robert Bosch GmbH für die Durchführung der verschiedenen Schüler-Austauschprogramme unserer Schule
  • das Robert-Bosch-Gymnasium hat mit der Robert Bosch GmbH 2006 eine Bildungspartnerschaft abgeschlossen und profitiert regelmäßig von Veranstaltungen der „Wissensfabrik“ und des „Seminars Technik“
  • das Multimedianetz der Schule wurde 2003 nach Plänen des Bosch-Rechenzentrums in Stuttgart-Feuerbach aufgebaut und ausgebaut
  • das Robert-Bosch-Gymnasium nimmt mit Biologiekursen seit einigen Jahren an NatWorking-Praktika teil
  • der Wettbewerb „Jugend forscht“ wird von Bosch unterstützt; in den vergangenen Jahren haben auch Schüler unserer Schule daran teilgenommen
  • das Robert-Bosch-Gymnasium wird seit Bestehen durch vielfältige Geld- und vor allem Sachspenden im Unterrichtsbetrieb unterstützt: der Ausbau des Computernetzes der Schule im Bereich Naturwissenschaften und Kunst erfolgte mit von der Robert Bosch GmbH gespendeten Geräten, die Spülmaschinen im Chemiebereich, die unsere verschmutzten Erlenmeyer-Kolben und Reagenzgläser reinigen, tragen das Bosch-Logo und die allererste Videokamera, die gleich nach dem Einzug in das neue Gebäude in den 70er-Jahren ihren Betrieb aufnahm, stammte von Bosch.
  • in den vergangenen Jahren erhielten wir Gerätespenden wie etwa Computermonitore oder ein Oszilloskop für den Physikunterricht
  • das Robert-Bosch-Gymnasium erhält jedes Jahr zur Ausstattung der großen Tombola im Rahmen des Weihnachtsbasars zu Gunsten unseres Entwicklungsprojektes in Niger technische Geräte, welche regelmäßig das Treppchen der Hauptgewinne zieren

Diese Aufzählung erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit!...

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Bild oben (Quelle: Presse-Bildarchiv der Robert Bosch GmbH): Schüler/innen des Robert-Bosch -Gymnasiums nehmen an einer Vortragsveranstaltung der “Schüler-Uni” im Rahmen der “Wissensfabrik-Initiative” im Bosch-Forschungszentrum auf der Gerlinger Schillerhöhe teil und werden über die aktuelle Technik der Abgas-Sensoren informiert.

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Bild oben: Schüler/innen (und Lehrer) der Oberstufen-Physikkurse des Robert-Bosch-Gymnasiums nehmen seit einigen Jahren regelmäßig am so genannten “Seminar Technik” von Bosch-BA-Studenten im Ausbildungszentrum der Robert Bosch GmbH in Stuttgart-Feuerbach teil. (Foto: Ausbilder Dipl. Ing. (BA) Oskar Geppert ; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Robert Bosch GmbH).

 

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Textmarke_rot_RBGymnasium Gerlingen wird erwachsen: Namensgebung zum 40sten...
19. September 2008, Freitag

“Eine hohe Dosis Bosch”: Bosch-Enkel Dr. Christof Bosch hält Festrede zur Umbenennung der Schule in Robert-Bosch-Gymnasium - Bürgermeister Brenner sagt umfangreiche Gebäudesanierung zu.

Bericht und Fotos: der Webmaster

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Bild oben: Blumenschmuck in der Gerlinger Festhalle anlässlich der Namensgebung des Gerlinger Gymnasiums.

Textmarke_rot_RBDie Geschichte der Schulnamensgebung und die Gäste der Feier

RB_1Es wurde zwar kein König gekrönt und die Feier fand auch nicht in der Royal Albert Hall, sondern in der Gerlinger Stadthalle statt: den Auftakt zur feierlichen Namensgebung der Schule machte dennoch “Pomp and Circumstance” von Edward Elgar, aufgeführt vom Orchester des Gymnasiums unter Leitung von Tatjana Vilz-Beck.

Bild rechts: auf dem Weg zu einer Veranstaltung, auf die man sich freuen kann: Schulleiterin Brigitte Renner Dux eilt zum Festakt der Namensgebung des Gerlinger Gymnasiums.

Mit dem heutigen Festakt kam ein Vorhaben zum Abschluss, das bereits zur 25-Jahrfeier des Gerlinger Gymnasiums vorgesehen war: die wohl eher als vorläufiger Arbeitstitel gewählte Bezeichnung “Gymnasium Gerlingen” für das neu entstehende Voll-Gymnasium Gerlingens war nun 40 Jahre lang der offizielle Schulname. Heute nun erhielt die Schule den Namen Robert-Bosch-Gymnasium.Zum feierlichen Festakt in die Stadthalle Gerlingen waren der Bürgermeister der Stadt Gerlingen, Georg Brenner, der Erste Beigeordnete, Wolfgang Steng, Vertreter der Stadtverwaltung und Gemeinderäte erschienen, die Schulleiterin des Gymnasiums, Brigitte Renner Dux, ihr Stellvertreter Wolfgang Keiper und fast das komplette Lehrerkollegium sowie ehemalige Kollegen/innen; die Schülerschaft wurde durch die Schülersprecher/innen und die SMV-Mitglieder, also die Klassensprecher/innen der verschiedenen Schulklassen, vertreten; geladen waren natürlich auch die Eltern, vertreten durch die Elternbeiräte und die Vorsitzenden des Gesamtelternbeirates sowie die Mitglieder des Fördervereins PRO, vertreten durch deren Vorstand.

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Bild oben: bei der Verabschiedung nach dem Festakt (v. l. n. r.): Dr. Christof Bosch, Bürgermeister Georg Brenner, der Stv. Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, Dr. Siegfried Dais. der Erste Beigeordnete der Stadt Gerlingen, Wolfgang Steng, Susanne Jochheim, Personalleiterin des Bosch -Standortes Gerlingen und Schulleiterin Brigitte Renner Dux.

Der Einladung zur feierlichen Namensgebung waren auch alle Schulleiter/innen der anderen Gerlinger Schulen, der Realschule, der Pestalozzi-Grund- und Hauptschule und der Breitwiesenschule sowie deren Stellvertreter/innen und die Schulsekretärinnen gefolgt.

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Bild oben: Bosch-Enkel Dr. Christof Bosch, der Aufsichtsratsratsvorsitzende der Robert Bosch GmbH , Prof. Dr.-Ing. Hermann Scholl, der Erste Beigeordnete der Stadt Gerlingen, Wolfgang Steng, die Gattin von Robert Bosch jr. und Mutter von Dr. Christof Bosch, Irmgard Bosch, der Schulleiter der Pestalozzi-Grund- und Hauptschule, Bernd Rau, und die Schulleiterin der Breitwiesenschule, Gerlinde Risel.

Eingeladen waren zudem all jene, die auf der so genannten “Ehrengäste-Liste” des Gymnasiums aufgeführt sind. Auch Altbürgermeister Albrecht Sellner und der Leiter des Gerlinger Stadtarchivs, MdL Klaus Herrmann wohnten dem Festakt bei.

Das Regierungspräsidium Stuttgart als obere Schulaufsichtsbehörde wurde vertreten vom Leitenden Regierungsschuldirektor Heinz Eberspächer, der viele Jahre Schulreferent des Gerlinger Gymnasiums war.

Von der Robert Bosch GmbH waren hochrangige Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates zu der Feier erschienen: der Stv. Vorsitzende der Geschäftsführung Dr. Siegfried Dais, der Aufsichtsratsratsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Hermann Scholl und Christian Deplewski, Direktor der Zentralabteilung Anlagen und Bauten bei Bosch. Der Einladung gefolgt waren auch andere Bosch -Angehörige, und -Honoratioren die der Schule verbunden sind oder in Gerlingen wohnen. Auch Susanne Jochheim, Personalleiterin des Bosch-Standortes Gerlingen, war anwesend; sie war in den vergangenen Monaten die Kontakt- und Anlaufstelle für die Schule und die Stadt Gerlingen während der organisatorischen Vorbereitung der heutigen Feier gewesen.

Die Robert Bosch Stiftung war vertreten durch den Vorsitzenden der Geschäftsführung Dieter Berg.

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Bild oben (v l. n. r.): freuen sich über das musikalische Rahmenprogramm: der Erste Beigeordnete der Stadt Gerlingen, Steng, der Aufsichtsratsvorsitzende der Robert Bosch GmbH, Prof. Dr.-Ing. Scholl, der Stv. Geschäftsführer, Dr. Dais, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung, Berg und der Direktor der Bauabteilung bei Bosch, Deplewski.

Die für den Zweck der Feier wichtigsten Gäste waren aber die Angehörigen der Familie Bosch: Dr. Christof Bosch (Königsdorf), Sohn von Robert Bosch jr. und Enkel des Firmengründers Robert Bosch, Mitglied des Kuratoriums der Robert Bosch Stiftung und Mitglied des Aufsichtsrates der Robert Bosch GmbH und seine Mutter, Irmgard Bosch, geborene Graevenitz.

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Bild oben: Dr. Christof Bosch (links) und Bürgermeister Georg Brenner während der Veranstaltung.

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Bild oben: der Stv. Schulleiter des Gymnasiums, Wolfgang Keiper, Schulleiterin Brigitte Renner Dux, Frau Irmgard Bosch, Dr. Christof Bosch und Bürgermeister Georg Brenner; daneben: Altbürgermeister Albrecht Sellner. In der zweiten Reihe: der Schulleiter der Realschule Gerlingen, Edgar Rief und der Konrektor der Pestalozzi-Schule, Ernst Schmitt,

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Bild oben: Schulleiterin Brigitte Renner Dux und Irmgard Bosch.

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Bild oben: Schulleiterin Brigitte Renner Dux im angeregten und offensichtlich erfreulichen Gespräch mit Dr. Christof Bosch.

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Bild oben: die Vertreter von Stiftung, Familie und Unternehmen Robert Bosch im Gespräch: der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung, Dieter Berg, der Enkel des Firmengründers, Dr. Christof Bosch und der Stv. Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, Dr. Siegfried Dais.

 

Textmarke_rot_RBDas kulturelle Rahmenprogramm

Die Reden, Ansprachen und Grußworte waren eingebettet in ein kulturelles Rahmenprogramm: das Schulorchester eröffnete die Feier mit “Pomp and Circumstance” von Eward Elgar und der Eltern-Lehrer -Schüler-Chor des Gymnasiums unter Leitung von Axel Jüdt ließ mit einem Medley von Hits aus dem Gründungsjahr des Gymnasiums (das Pro-Gymnasium Gerlingen wurde 1967 vom Oberschulamt in Stuttgart genehmigt) den Sound der damaligen Zeit aufleben; die Jonglier-AG unter Leitung von Michael Volz bewies, dass auch artistische und akrobatische Fähigkeiten an der Schule gefördert werden. Den Ausklang der Feier gestaltete der jetzt pensionierte langjährige Leiter der verschiedenen Jazz-Bands und -Ensembles, Reinhold Brauchle: die Gruppe “Swinging Gym” sorgte für einen beschwingten Ausklang der Veranstaltung.

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Bild oben: ein Teil des Schulorchesters des Gymnasiums spielt zum Veranstaltungsauftakt “Pomp and Circumstance” von Edward Elgar. Den Taktstock führt Musiklehrerein Tatjana Vilz-Beck.

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Bild oben: die Idee, zur Schulnamensgebung Hits aus dem Jahr der Schulgründung aufzuführen, hatte Chorleiter Axel Jüdt. Dass “Hey Jude” von den Beatles einmal zur Feierstunde anlässlich einer Schulnamensgebung gespielt würde, hätten sich die Urheber des Songs wohl auch nicht erträumt...

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Bilder oben und unten: die Jonglier-AG verblüffte die Festgäste mit einer perfekten Show akrobatischer und artistischer Kunststücke; auch das Gründungsjahr, das Namensgebungsjahr und der neue Schulname wurden dargestellt.

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Bild unten: ein beschwingter Schluss ziert alles: zum Ausklang der Feierstunde musizierte die Jazzband “Swinging Gym” unter Leitung des mittlerweile pensionierten Bandleiters Reinhold Brauchle (am Keyboard).

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Textmarke_rot_RBBürgermeister Georg Brenner

Bürgermeister Georg Brenner eröffnete den Festakt gegen 15 h mit der Begrüßung der Gäste. Während die einen auf die Schulnamensgebung mit “Na endlich!” antworteten, fragten sich andere, warum gerade Robert Bosch zum Namensgeber der Schule ausersehen wurde, beschrieb Georg Brenner das Spektrum der Reaktionen auf den heutigen Vorgang.

Gerlingen sei schon lange eine “Bosch-Stadt”, erläuterte er: schon bald nach der Firmengründung seien Gerlinger Arbeiter zum Bosch-Werk ins benachbarte Stuttgart-Feuerbach gependelt; heute sei die Robert Bosch GmbH mit ihrer Firmenzentrale auf der Gerlinger Schillerhöhe der Hauptsteuerzahler und der wichtigste Arbeitgeber der Stadt; die Ansiedlung der Hauptverwaltung und der Forschungseinrichtungen in Gerlingen habe viele Neubürger in die Gerlinger Waldsiedlung geholt und auch die kulturellen Aktivitäten des Unternehmens bereicherten das städtische Leben; so fänden regelmäßig Aufführungen der Bosch -Theatergruppe statt oder Konzerte des Bosch-Orchesters. 

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Bild oben: Bürgermeister Georg Brenner bei seiner Rede zum Festakt der Namensgebung.

Aber nicht nur zwischen dem Unternehmen und der Stadt gebe es enge Beziehungen: auch die Familie Bosch sei in Gerlingen verwurzelt: sein Vorvorgänger im Amte, Wilhelm Eberhard, habe Robert Bosch jr. und Irmgard Bosch, eine der vier Töchter des Gerlinger Malers und Bildhauers Fritz von Graevenitz, miteinander verheiratet.

Gerlingen habe immer danach gestrebt, als Schulstadt ihrer Jugend alle Schularten anbieten zu können; mit der Gründung des Pro-Gymnasiums Gerlingen und dessen Ausbau zum Voll-Gymnasium sei dieses Ziel erreicht worden. Die Robert Bosch GmbH habe die Stadt bei diesen Bemühungen schon früh materiell und finanziell unterstützt, so etwa 1972 bei einem Schulversuch in der Breitwiesenschule, aus dem das Gebäude der heutigen Gerlinger Jugendmusikschule hervorging. Die Robert Bosch Stiftung wiederum habe sich beim Seniorenwohnheim Breitwiesenhaus engagiert.

Bürgermeister Brenner erläuterte dann die Rolle der Stadt, die als Schulträgerin für die “Hülle” des Gymnasiums, für das Gebäude und die sächliche Ausstattung verantwortlich sei. Obwohl aus Stahlbeton erbaut und damit “für die Ewigkeit” errichtet, sei diese Hülle schon im 40sten Jahr doch stark “in die Jahre” gekommen. Zudem verlangten neue Richtlinien im Brandschutz und energetische Anforderungen sowie ein geändertes Nutzungsverhalten auf Grund von Bildungsreformen (Ganztagesbetrieb, G8 usw.) umfangreiche Sanierungsmaßnahmen. Die Stadt sei zwar auch in den vergangenen Jahren nicht untätig gewesen und habe bei Renovierungsmaßnahmen schon 4,5 Millionen Euro investiert. Die jetzt notwendige umfassende Grundsanierung des Gebäudes werde zu einem Haushaltsschwerpunkt der nächsten Jahre werden. Die Bauabteilung der Robert Bosch GmbH habe bei den Planungen ihre Unterstützung zugesagt.

Der neue Namenszug des Gymnasiums solle daher auch vorerst nicht am Gebäude angebracht werden, sondern auf einem Baustellenschild.

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Bild oben: das noch verhüllte Namensschild des neu benannten Robert Bosch Gymnasiums.

 

Textmarke_rot_RBSchulleiterin Brigitte Renner Dux

Oberstudiendirektorin Brigitte Renner Dux, die Leiterin des Gymnasiums ging in ihrer Festansprache zunächst auf die Schulgeschichte des Gymnasiums Gerlingen / Robert Bosch Gymnasiums ein und ließ die bildungspolitischen Neuerungen seit dem Gründungsjahr des Gymnasiums Revue passieren. Während der Schwabe sprichwörtlich erst “mit 40 gescheit” werde, habe das Gerlinger Gymnasium bereits in den verstrichenen vierzig Jahre “gescheite Arbeit” geleistet.

Die kognitive Wissensvermittlung, also die verstandes- und vernunftbetonte Seite sei aber nur ein Aspekt des schulischen Arbeitens. Es gebe auch noch Herzensangelegenheiten: die Schule sei auch ein Ort der Persönlichkeitsentwicklung. Daher ergänze die Schule das pädagogische Kerngeschäft durch ein vielfältiges Spektrum anderer Lernaktivitäten, die auch außerhalb der Schule stattfänden: in Betrieben, im Theater, in Museen oder Krankenhäusern.

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Bild oben: Oberstudiendirektorin Brigitte Renner Dux, die Leiterin des Gerlinger Gymnasiums, bei ihrer Festrede.

Zum Profil der Schule gehöre unter anderem die Ausbildung interkultureller Kompetenz, die durch eine Vielzahl von Austauschprogrammen erworben werde; Partnerschulen hat das Robert Bosch Gymnasium in Frankreich, in England, in Ungarn, in Spanien und in Israel.

Auch die musische und künstlerische Bildung sei ein wichtiges Anliegen unserer Schule; stets gut besuchte Theateraufführungen, Konzerte oder Kunstausstellungen belegten den Erfolg, den die Schule darin erziele; die Schule trage so geistige und kulturelle Impulse für die ganze Stadt bei, wie es der frühere Bürgermeister Albrecht Sellner einmal ausgedrückt habe.

RB_15Das Gerlinger Gymnasium sei in vielerlei Hinsicht erfolgreich, was sich an einem breiten Spektrum von Preisen zeige: sei es nun der Karl-Mommer-Preis für gemeinnütziges Engagement, eine Auszeichnung durch den damaligen Bundespräsidenten Rau für ein Begegnungsprojekt mit der Stadt Halle, Preise bei politischen Wettbewerben des Landes Baden -Württemberg, Preise bei “Jugend musiziert”, die Auszeichnung als Comeniusschule oder der Jahrespreis des Ministeriums für Kultus und Sport im Wettbewerb “Junge Künstler braucht das Land”.

Bild rechts: die Schulleiterin vor dem neuen Schul-Logo, das von Kunstlehrerin Monika Neumann entworfen wurde.

Der Prozess der Namensgebung der Schule gehe bereits auf das 20-jährige Jubiläum des Gymnasiums zurück, anlässlich dessen der frühere Schulleiter Hermann Schmid bereits die Problematik dieses Vorhabens beschrieben habe, nämlich “einen ‘Namenspatron’, eine Persönlichkeit zu finden, mit der man sich identifizieren, die Vorbild und Richtschnur auch des eigenen Lebens sein kann”.

Die unterschiedlichen Entscheidungsgremien für den Namensgebungsprozess (Schüler, Eltern, Lehrer, Schulträger) hätten eben ganz unterschiedliche Vorstellungen; ihre Lebenserfahrung und Weltsicht unterscheide sich stark, pädagogische Ansätze, sowie historische und politische Aspekte spielten dabei eine Rolle.

Ihrem Verständnis nach gehe es bei der Schulnamensgebung darum, “allen am Schulleben Beteiligten den Weg zu einer stärkeren Identifizierung mit ‘ihrer’ Schule zu ebnen, um bei allen das Interesse und die Bereitschaft zur Mitwirkung und zur Weiterentwicklung des Gymnasiums zu verstärken.”

In den letzten Jahren habe sich “die Meinung durchgesetzt, dass der Name des Firmengründers der auch für Gerlingen wichtigen Weltfirma Bosch eine - in mehrfacher Hinsicht - nahe liegende Lösung wäre.” Für sie stehe der Name “nicht nur für wegweisendes Unternehmertum, sondern auch für ein sehr hohes Maß an sozialem und gemeinnützigem Engagement, Menschlichkeit und Zivilcourage.” Die Schule sei davon überzeugt, dass “die Person Robert Bosch zu einem Leitbild für die Schüler” werden könne.

An dieser Stelle begrüßte die Schulleiterin den Bosch-Enkel Dr. Christof Bosch: sie freue sich ganz besonders, dass er persönlich gekommen sei, um der Schule die Person seines Großvaters etwas näher zu bringen.

Zwischen der Schule und dem von Robert Bosch gegründeten Unternehmen, der Robert Bosch GmbH, gebe es bereits eine Reihe von langjährigen, erfolgreichen Kooperationen: das “Seminar Technik” etwa, das den Physikkursen der Oberstufe angeboten wird, Veranstaltungen der “Schüler-Uni” im Rahmen der “Wissensfabrik” oder die intensive Unterstützung im IT-Bereich der Schule.

Die Identifikation mit dem neuen Namensgeber der Schule könne aber nicht von heute auf morgen vonstatten gehen. Doch habe die Namensgebung bereits einen Prozess ausgelöst, der im 40. Jubiläumsjahr des Gymnasiums eine Reihe von Aktivitäten zur Beschäftigung mit Robert Bosch vorsehe: ein Seminarkurs der Oberstufe befasse sich mit seiner Person, die Theater-AG führe ein (selbstgeschriebenes) Theaterstück zum Thema auf mit dem Titel “Robert und Clara” und der Förderverein PRO des Gymnasiums sehe bei der diesjährigen Eltern-Lehrer-Schüler-Veranstaltung den Besuch in der Robert Bosch Stiftung vor.

So werde der neue Name der Schule in den nächsten Jahren mit Leben erfüllt werden.

 

Textmarke_rot_RBDer Enkel von Robert Bosch, Dr. Christof Bosch

Der Höhepunkt des Festaktes zur Namensgebung des Gymnasiums war sicher die Festrede von Dr. Christof Bosch. In stillen Tönen, humorvoll, freundlich und bescheiden ließ der Enkel von Robert Bosch die Zuhörer und Zuschauer Einblick nehmen in Leben, Wirken und Denken seines Großvaters.

Auf eine umfassende Begrüßung der Festgemeinde verzichtete er; die habe Bürgermeister Brenner ja schon vorweg genommen. Begrüßen wolle er aber seine Mutter, Irmgard Bosch als Bindeglied zwischen der Stadt Gerlingen und dem neuen Namensgeber der Schule. Seine Mutter sei übrigens als Lehrerin in Gerlingen tätig gewesen und der Vorgänger des jetzigen Bürgermeisters, Altbürgermeister Albrecht Sellner, habe in der vierten Klasse bei ihr den Unterricht besucht.

Da eine solche Namensgebung eine wahre Strapaze für alle Teilnehmer sei und der Namensgeber zudem ein geradezu übermenschliches Vorbild darstelle, wolle er die Festversammlung nicht weiter ermüden. Er habe stattdessen Bilder und ein rares Tondokument von seinem Großvater mitgebracht.

Zu den Schwarzweißfotos aus dem Leben Robert Boschs konnte die Festgemeinde so eine der wenigen erhaltenen Tondokumente hören: Anlässlich seines 80sten Geburtstages im Jahr 1941 hatte der Jubilar dem Südwestrundfunk ein Interview gegeben (er starb ein Jahr später).

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Bild oben: ein Foto von Robert Bosch in Jugendjahren und sein Enkel Christof während der Festrede in der Gerlinger Stadthalle.

In dem vorgestellten Interview hatte der Rundfunkjournalist Robert Bosch zum Abschied einen “unbeschwerten Lebensabend” gewünscht. Den habe er, so Dr. Christof Bosch, allerdings nicht gehabt. Als ausgewiesener Gegner der Nationalsozialisten und Unterstützer des Widerstandes habe Robert Bosch stets unter kritischer Beobachtung gestanden. Von der “Nebenregierung Bosch” sei damals die Rede gewesen und in Echterdingen habe dauernd ein Flugzeug bereit gestanden, um Bosch und den engeren Kreis seiner Mitarbeiten notfalls vor einem Zugriff der Gestapo auszufliegen. Nach dem Attentat auf Hitler hätten sich etliche Mitarbeiter seines Großvaters vor dem Volksgerichtshof verantworten müssen.

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Bild oben: der Firmengründer Robert Bosch und sein Enkel: ein gutes Bild für die Presse...

Die Schule habe sich einen unbequemen Namensgeber ausgesucht, meinte Christof Bosch. Zwei Leitlinien sollten sich die Schüler ins Stammbuch schreiben, wenn sie sich den Idealen Boschs verantwortlich fühlten: zum einen Zivilcourage: konsequentes Handeln, auch wenn es unbequem ist. Außer Zivilcourage sei eigenständiges und kritisches Denken ein Wesenszug seines Großvaters gewesen. Kritisch geprüft werden müssten gerade die Äußerungen von Autoritäten.

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Bild oben: Dr. Christof Bosch bei seiner Festrede anlässlich der Schulnamensgebung.

Für seine Familie, so Christof Bosch, sei es eine Ehre, dass eine Schule sich diesen Namen geben wolle, der dann irgendwo am Gebäude angebracht werde - oder eben zuerst an einer Bautafel... Und vielleicht werde dann im Schulhaus auch irgendwo eine Bronze-Büste seines Großvaters stehen. Die Schule müsse schon sehr gute Erfahrungen mit Bosch und seinem Werk gemacht haben, dass sie sich diese “hohe Dosis Bosch” zumuten wolle.

Blitzlichtartig schilderte Christof Bosch Wesenszüge seines Großvaters. In der Schule habe er nur mäßigen Erfolg gehabt. Nach dem Besuch der Realschule schloss er eine Lehre an; wirklich gelernt habe er aber vor allem auf seinen Reisen, auch nach England und in die Vereinigten Staaten, sowie durch die konkrete Beschäftigung mit den neuen technischen Errungenschaften seiner Zeit.

Robert Bosch sei oftmals auch hitzig gewesen und ungeduldig, vor allem aber kompromisslos in seiner Wahrheitsorientierung. Er habe stets viel verlangt, von seinen Mitarbeitern und von sich selbst. Wichtig waren für ihn eine hohe Qualität seiner Arbeit und seiner Produkte. Dabei seien ihm aber vor allem die Menschen, seine Mitarbeiter, wichtig gewesen. Lieber wolle er “Geld verlieren, als das Vertrauen” der Menschen, habe er einmal gesagt.

Von seinem Großvater seien einige eher anektotische Berichte in Umlauf, die aber doch sein Wesen charakterisierten. So sei er einmal auf dem Werkshof einem Lehrling begegnet und habe diesen auf einen rostigen Nagel hingewiesen, der auf dem Boden lag. Was das sei, habe er diesen gefragt. “Ein rostiger Nagel” habe jener geantwortet. “Nein, das ist mein Geld” habe er ihm darauf zu verstehen gegeben.

Robert Bosch habe stets nach der Maxime “Sei Mensch und ehre Menschenwürde” gelebt. Hier stelle sich die Frage nach dem Mensch-Sein, das zu dessen Würde führt. Ist es angeboren, oder ist es eine Aufgabe, eine Haltung?

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Natur - Technik - Wissen: diese Punkte zu verbinden, das sei heute existentiell für ein menschenwürdiges Leben. Die Wissensvermittlung sei dabei eine zentrale Aufgabe der heutigen Zeit. Echte, integrierte Bildung müsse gelingen, wenn es in der Gesellschaft nicht zu einer Entwicklung kommen soll, wie es beim Turmbau zu Babel der Fall war, der auf dem Titelblatt des Einladungsschreibens zur heutigen Veranstaltung dargestellt sei.

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Bild oben: Dr. Christof Bosch legt selbst Hand an bei der Enthüllung des Bauschildes.

RB_22Bezogen auf die Schule müsse man prüfen, ob es gelinge, allen ihre Würde zu geben: Schülern, Lehrern und Eltern. Wenn ein angstfreies Klima existiere, könne auch Begeisterung für das Lernen entstehen und Leistung Spaß machen.

Bild rechts. Bürgermeister Georg Brenner, Dr. Christof Bosch und Schulleiterin Brigitte Renner Dux.

Zum Schluss seiner Festrede überreichte Dr. Christof Bosch einen Scheck der Robert Bosch GmbH als Geschenk an die Schule.

Gemeinsam mit Bürgermeister Georg Brenner enthüllten er und Schulleiterin Brigitte Renner Dux dann die Bautafel, welche die Absicht der Stadt als Schulträger dokumentiert, in den nächsten Jahren das Schulgebäude einer gründlichen Erneuerung zu unterziehen.

 

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Bild oben: Dr. Christof Bosch übergibt einen Scheck (in Höhe von 104 Euro, wie er sich ausdrückte) an Schulleiterin Brigitte Renner Dux. (für Nicht-Mathematiker: 104 Euro = 10 000 Euro).

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Bild oben: ein programmatisches Namensschild für das Gerlinger Gymnasium.

 

Textmarke_rot_RBDer Schulleiter der Pestalozzi-Schule, Bernd Rau

Als Vertreter der anderen Gerlinger Schulen ergriff nun der Schulleiter der Pestalozzi-Grund- und Hauptschule, Bernd Rau, das Wort. Er verglich die Schulen des Gerlinger Schulzentrums mit einer Familie: das Land in der Rolle als Vater (und Geldgeber), die Mutter (die Stadt als Schulträger), die sich um ihre Kinder sorgt und sie hegt und pflegt. Und die Schulen untereinander seien wie Geschwister, die sich mitfreuen, wenn es einem davon besonders gut geht - so wie heute.

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Bild oben: für seine kabarettistische Ader bekannt: Schulleiter Bernd Rau bei seiner launig vorgetragenen Rede.

Bei den fünf Gerlinger Schulen verhalte es sich ein bisschen so wie bei der Taufe von Kindern in einer größeren Familie: beim ersten ist der Aufwand der Namenswahl noch groß. Die Namensgebung wird feierlich vollzogen und die Schule erhält den Namensgeber an die Fassade gemalt (Bildnis von Pestalozzi am Gebäude der Grundschule). Beim zweiten und dritten Kind werde schon pragmatischer vorgegangen; im Falle der Schulen habe man einfach die Lagebezeichnung genommen: Breitwiesenschule, Waldschule.

Bei den letzten Kindern ist ein Name schon gar nicht mehr nötig, es reicht zu sagen: “s’ Mädle”, und “dr Buab”. So seien die letztgenannten Schulen eben nur das Gymnasium Gerlingen und die Realschule Gerlingen geworden.

Zum festlichen Anlass wollten die Geschwister jetzt natürlich auch ein Geschenk überreichen. Allerdings: was schenke man sich, wenn der zu Beschenkende schon alles habe?...

Man habe sich schließlich auf den traditionellen Gerlinger Schulkalender besonnen. Eine Sonderedition mit dem neuen Schulnamen und dem neuen Schul-Logo überreiche er nun der Schulleiterin zur Weiterverteilung.

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Bild oben: Schulleiter Bernd Rau überreicht das Schatzkästlein mit den Ferienkalendern an seine Kollegin Brigitte Renner Dux.

 

Textmarke_rot_RBDie Schülersprecher/innen

Nach dem Vertreter der anderen Gerlinger Schulen hatten nun die Schüler/innen des Gymnasiums das Wort. Die drei Schülersprecher/innen Nicole Eichhorn, Miriam König und Frederik Lesser vertraten bei diesem Festakt die gesamte, aus über 630 Schülern/innen bestehende Schulgemeinde. Sie zeigten sich erfreut über die Namensgebung, schon allein deshalb, weil sie bei Treffen mit Schülern anderer Schulen oftmals Befremden oder nachsichtiges Lächeln geerntet hätten, wenn sie auf die Frage nach dem Schulnamen “nur” Gymnasium Gerlingen sagen konnten und die Schule eben keinen “richtigen” Namen vorzuweisen hatte.

Mit dem Schulnamen seien für sie als Schülerschaft aber nicht nur Hoffnungen, sondern auch ganz konkrete Erwartungen verbunden: dass die Namensgebung nicht nur ein Festakt bleibe, sondern den Startschuss zu einer Erneuerung der nunmehr 40 Jahre alten Schule bilde.

Die Schülersprecher/innen schilderten in ihrem Vortrag mit verteilten Rollen eindringlich die aktuelle Arbeitssituation und das Klima (im wörtlichen Sinne) im Schulgebäude: die schlechte Isolierung der Wände und der Metallfenster führe sowohl im Winter als auch im Sommer zu zeitweise unerträglichen Arbeitsbedingungen. Ein zweites großes Problem stellten die fehlenden Räumlichkeiten für Besprechungen und zum Aufenthalt in Pausen, Hohlstunden und den Mittagspausen dar.

Ihre recht eindringlich formulierte Kritik wollten sie aber konstruktiv verstanden wissen: gerade weil ihnen an ihrer Schule so viel liege, wollten sie sich für eine Verbesserung der Situation einsetzen.

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Bild oben: die Schülersprecher/innen des Gerlinger Gymnasiums bei ihrem Vortrag.

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Bild oben: im Anschluss an ihre Rede bedankten sich die Schülersprecher/innen bei allen, die ihnen in der SMV-Arbeit Unterstützung zukommen lassen.

 

Textmarke_rot_RBDie Elternbeiratsvorsitzende Loni Bonifert

Als langjährige Vorsitzende des Elternbeirates richtete nun Loni Bonifert einige Worte an die Festversammlung. Sie hob die identifikationsstiftende Wirkung eines Schulnamens hervor und gab der Hoffnung Ausdruck, dass der neue Name das Wir-Gefühl in der Schulgemeinschaft stärke. “Der Name Robert Bosch passt zu uns”, zog sie als Fazit aus ihren Überlegungen.

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Bild oben: die Elternbeiratsvorsitzende Loni Bonifert bei ihrem Grußwort.

 

Textmarke_rot_RBDer Vorsitzende des Fördervereins, PRO, Konrad Störk

Konrad Störk, der Vorsitzende des Fördervereins der Schule, PRO, betonte in seinem Grußwort, dass der Verein diesen Namen immer unterstützt habe. Für ihn sei ein Schulname nicht nur dazu da, die einzelnen Schulen durch die Benennung von einander zu unterscheiden. Der Schulname ehre auch den Namensgeber und stelle ein Vorbild und ein Leitbild dar.

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Konrad Störk stellte in seiner Ansprache die Frage, ob nicht eine Persönlichkeit aus dem 20. Jahrhundert besser als Namensgeber geeignet gewesen wäre als Robert Bosch, der 1861 geboren wurde. Da man Robert Bosch aber als Symbol für Aufbau und Neubeginn sehen könne und seine Ideen auch heute noch zeitgemäß seien, müsse er diese Frage verneinen. Robert Bosch könne auch heute als Leitbild dienen; sein Name sei für die Schule eine Verpflichtung. Alle sollten gemeinsam daran arbeiten, dass Boschs Ideen “zündeten”...

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Bild oben: Gruppenbild mit Dame: v. l. n. r.: Dr. Siegfried Dais, Stv. Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, Prof. Dr.-Ing. Hermann Scholl, Aufsichtsratsvorsitzender der Robert Bosch GmbH, Oberstudiendirektorin Brigitte Renner Dux, Schulleiterin des Robert-Bosch-Gymnasiums und Dr. Christof Bosch, Enkel des Namensgebers der Schule.

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Bilder oben und unten: das neue Schul-Logo als Band für Briefköpfe der Schule und als rechteckiges Logo. Das neue Schul-Logo wurde von Kunstlehrerin Monika Neumann entworfen und umgesetzt. Es hat das bisherige Logo in veränderter Darstellung integriert, um die Kontinuität der schulischen Arbeit und der Schulgeschichte zu symbolisieren.

Rechtecklogo

 

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DrucksacheTextmarke_rot_RBSchülerzeitung “Drucksache” widmet Dezemberausgabe 2013 dem Schulnamensgeber Robert Bosch

Bild rechts: aus eigener Initiative hat sich die “Drucksache”-Redaktion im Dezemberheft 2013 ausführlich mit dem Namensgeber der Schule, dem Firmengründer Robert Bosch befasst.

In drei Artikeln wird seine Biografie umrissen, die Entwicklung des Unternehmens “Robert Bosch GmbH” beschrieben und in einem fiktiven Text überlegt, was Robert Bosch wohl denken würde, wenn er durch das (in 2013 fertig umgestaltete) Gebäude des Robert-Bosch-Gymnasiums schlendern würde.

 

Nachfolgender Text: D. M. (Kursstufe K1)

Textmarke_rot_RBRobert Bosch geht durch unsere Schule

Stellt euch mal was vor. Ich weiß, der Fall ist ziemlich unwahrscheinlich, aber wir denken uns einfach, Robert Bosch würde durch unsere Schule gehen. Mit seinen 152 Jahren macht er sich nochmal auf den Weg nach Gerlingen.

Alte Erinnerung an seine frühere Zeit in Stuttgart, den Anfängen seines Unternehmens, seines persönlichen Erfolgszugs, kommen in ihm auf. Vielleicht hatte er schon einmal Gerlingen besucht, wir wissen es nicht. Sein Unternehmen prägt heute die ganze Welt und vor allem unsere Stadt, das wissen wir. Im Gegensatz zu ihm. Er hat in den letzten 70 Jahren viel verpasst.

Jedoch kann er als Wegbereiter der heutigen fortschrittlichen Technik und zu tausenden ausgeklügelten Erfindungen, die durch das Unternehmen Bosch umgesetzt wurden, stolz auf sich sein. Ihm wird bewusst, dass wohl nicht ohne Grund dieses Gymnasium nach ihm benannt wurde. Er ist ein Vorbild für die neue Generation, wie es scheint. Doch ist er dem überhaupt gerecht? Was sollt er denn diesen ganzen Schülern, die in seine Fußstapfen treten sollen, mitgeben? Bosch denkt dabei nicht nur rein didaktisch und moralisch. Er möchte auf keinen Fall wie ein Lehrer auftreten, das würde niemand gern. Schon zu Lebzeiten wurde er als revolutionärer Freigeist bezeichnet, was er sehr schätzte. Soziale Gleichheit und politische Ehrlichkeit waren ihm immer wichtig gewesen. Stets war er für seine Arbeiter da gewesen und hatten ihnen soziale Hilfe gegeben. Die Jugendlichen sollten diese sozialen Werte nicht vernachlässigen, der Rest mit der Intelligenz würde durch zwölf Jahre Schule schon von selbst kommen. Er beschließt, dass das sein Appell an die Schüler sein sollte. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ihm auch nicht mehr, schon sieht er das Gebäude hinter den Bäumen aufragen und bald darauf erstreckt sich die markante Fassade vor ihm. Ziemlich ungewohnt und merkwürdig, diese Bauweise mit dem vielen Glas und dieser unpersönlichen Gradlinigkeit. Für ihn wirkt die heutige moderne Bauart zunächst verstörend.

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Er erkennt freudig in einer der Farben der Fassade rot (siehe Bild oben: das Schulgebäude im Herbst 2013). Rot ist seiner Meinung immer noch die schönste Farbe. Rot ist seine Farbe. Das Markenzeichen seines Unternehmens. Die Farbe ziert wohl auch nicht ohne Grund die Fassade, denkt er sich. Hatten seine Nachfolger in der Unternehmensführung wohl nicht zu wenig Kosten gespart, um diese Schule auf Vordermann zu bringen. Waren ja auch nur die Lorbeeren seiner harten Arbeit, die hier hoffentlich nicht unnötig verprasst wurden.

Überheblich hofft er vielleicht auf einen Schriftzug seines Namens, gar ein kleines Denkmal seiner Gedenken. Leider vergeblich. Doch irgendwo auf der Welt würde es bestimmt einen riesigen, beleuchteten Schriftzug seines Namens geben. Am besten dort, wo es viele Leute sehen. Beispielsweise an einem riesigen Parkhaus angebracht, das über einer Autobahn gebaut ist. Am besten in der Nähe eines Flughafens, um dem Ganzen noch ein guten Nachdruck zu verleihen.

Bosch würde schließlich einfach reinspazieren und sich im riesigen, hellen Atrium wiederfinden. Wohlfühlend würde er sich trotzdem fragen, ob er sich nicht doch im Haus getäuscht hat. Wo waren die engen Flure und ungemütlichen Klassenzimmer, die den Charakter einer Schule ausmachten? Stattdessen dieser leere, riesengroße Raum. Man scheint sich in den letzten Jahrzehnten wohl doch Gedanken gemacht zu haben, wie man den Schulalltag besser und interessanter gestaltet.

Ihm fällt auf, dass gar niemand kommt, um ihn zu begrüßen. Kein Hausmeister oder Lehrer. Die Schüler scheinen auch alle fleißig am Lernen zu sein. War sein Geld doch gut angelegt worden? Ihm bleibt jedoch noch fraglich, ob doch irgendwo sein Name stehen würde. Das scheint ihm doch angebracht. Und ja, da oben. An der freien Wand im oberen Stockwerk entziffert er mit Mühe die räumlich verschrägten Buchstaben "Robert -Bosch-Gymnasium". Seiner Wichtigkeit wurden wohl doch keine Grenzen gesetzt.

Er schlendert die Treppen hoch, sieht sich genauer um. Immer noch niemand, der ihn begrüßt. Noch-mals überlegt er, was er denn den Schülern erzählen soll, was er ihnen mitgeben kann. Da entdeckt er einen Schriftzug an der Wand. Schwarz auf weiß steht geschrieben:

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"Wer aufgehört hat, besser zu werden, der hat aufgehört, gut zu sein."

Dieser Satz stammt aus seinem Mund. Und die Worte sind die, nach denen er gesucht hat. War das nicht das, was den Menschen ausmachte? Sich selbst und alles andere zu hinterfragen, um besser zu überleben und dabei auch noch Fortschritt zu erleben. Das sollen sich die Kinder von ihm merken.

Er beschließt, nichts weiter zu unternehmen oder zu warten bis jemand kommt. Niemand sollte erfahren, dass er da gewesen war. Und so schleicht er sich mit einem guten Gefühl und fröhlicher Miene schnell wieder aus dem Gebäude.

 

Nachfolgender Text: C. S., Kursstufe K1

Textmarke_rot_RBDas Unternehmen Bosch – eine große Familie

Man schrieb das Jahr 1886, als Robert Bosch am 15. November seine amtliche Genehmigung erhielt und damit die „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ als offiziell gegründet galt. Mit 10.000 Mark Startkapital hatte er in Stuttgart seine erste Werk-statt mit drei Mitarbeitern er-richtet.

Sie kümmerten sich nun um die Installation von Schwachstrom-anlagen, wie etwa Telefonstationen, elektrischen Klingeln und Licht. Auch hatte der Betrieb 1887 bereits einen ersten Nachbau eines Magnetzündapparates an einen Maschinenbauer geliefert. Doch aller Anfang ist schwer, und so mangelte es der Werkstatt in den ersten Jahren an ausreichend Aufträgen, so dass Robert Bosch beispielsweise im Jahr 1892 22 von inzwischen 24 Mitarbeitern entlassen musste. Doch drei Jahre später wurde in Stuttgart ein Elektrizitätswerk gebaut, wodurch es auch für das Unternehmen wieder neue Aufträge gab. Inzwischen bauten sie die Magnetzünder nicht mehr nur nach, sondern entwickelten sie auch stets weiter, damit eine höhere Leistung erzielt werden konnte. Dies entspricht einem wichtigen späteren Prinzip der Firma, ständige Verbesserung auch von bereits guten Lösungen. Der Verkauf der Zünder machte zu der Zeit 50 % des gesamten Umsatzes aus.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Gesellschaft weiter und legte immer mehr Wert auf Automobile. Daher modernisierte auch die Firma Bosch den Zünder. Der große Durchbruch gelang im Jahre 1901, als der Ingenieur Gottlob Honold den Hochspannungs-Magnetzünder mit Zündkerze entwickelte, der 1902 auf den Markt kam. Jetzt wurde das Unternehmen rasch erweitert. Es wurde das erste Presswerk in Stuttgart -Feuerbach gebaut und auch Fabriken in Paris und England wurden errichtet. Der Verkaufsleiter Gustav Klein sorgte mit einer Reise in die USA auch für die Etablierung von Bosch in den Vereinigten Staaten. Diese Reise wurde später als „Triumphzug“ bezeichnet.

Die Arbeitsatmosphäre in der Firma war heiter und gut. Die Mitarbeiter sangen gerne während ihrer Arbeit und Robert Bosch sagte einst, er würde die Arbeiter beim Arbeiten manchmal gar nicht gerne stören, weil er befürchte sie würden sonst aufhören zu singen. Auch die Werbung war inzwischen sehr ausgeprägt. Es wurden Anzeigen in Zeitungen geschaltet und Plakate aufgehängt. Eine sehr individuelle Methode war auch, dass Robert Bosch anfangs seine Kunden immer auf einem, damals in Deutschland noch sehr unüblichen, Niederrad besuchte. Damit machte er die Leute bei seiner Fahrt durch die Straßen auf sich aufmerksam.

Das Unternehmen war inzwischen stark gewachsen, und eine Neustrukturierung der Verwaltung war unvermeidlich. Daher wurden die ersten Fachabteilungen eingerichtet, wie beispielsweise eine kaufmännische Abteilung, die erste eigene Ausbildungsabteilung und eine Patent- und Markenrechtsabteilung. Bosch hatte damit sein eigenes Patentbüro. Auch wurde die industrielle Mengenfertigung eingeführt, um in der gleichen Zeit und mit der gleichen Anzahl von Mitarbeitern auf eine höhere Herstellungsrate als bei der handwerklichen Herstellung zu kommen.

Doch schon bald machte der erste Weltkrieg auch Bosch zu schaffen. Viele Auslandsmärkte brachen weg und Kriegsgegner beschlagnahmten Bosch-Vermögen, wie Material und Schutzrechte, also Patent-, Marken - und weitere Rechte. Auch passte Bosch seine Produktion den Kriegsbedürfnissen an und stellte nun Gegenstände für das Militär her. Das brachte allerdings das Problem mit sich, dass Bosch nach dem Krieg wieder einen großen Aufwand hatte, das Sortiment auf das vorherige Angebot umzustellen. Zu dieser Zeit begann das Unternehmen auch eine Kooperation mit der Firma Eisemann, die ebenfalls stark in der Automobilindustrie aktiv war. Bosch stellte neue Produkte her, die sich auf Automobilzubehör konzentrierten. Inzwischen hatte Robert Bosch sein Unternehmen zu einer GmbH umgeformt.

So vergingen die Jahre. Bosch bewältigte auch den zweiten Weltkrieg und andere Krisen. Der Gründer Robert Bosch war im Jahr 1942 verstorben, und Hans Walz hatte die Nachfolge angetreten. Nach dem Krieg gab es zunächst durch fehlende Rohstoffe und Beschränkungen der Alliierten Komplikationen, jedoch fand das Unternehmen auch da einen Weg.

In den 50er Jahren brachte die Firma Bosch die erste Küchenmaschine für die moderne Haus-frau auf den Markt. Es ging bergauf und neue Richtungen wurden eingeschlagen. Innovative Produkte von Heizungssystemen über Elektrowerkzeuge und Navigationssysteme bis hin zu Solarzellen und Elektrofahrrädern ließen die Firma stets fortschrittlich er-scheinen. Auch wurde die Etablierung von Bosch in anderen Nationen verfolgt, wie zum Beispiel besonders in Asien.

Die langfristige Existenz des Unternehmens wird durch einen harmonischen Dreiklang aus Ökonomie, gesellschaftlicher Verantwortung und Ökologie gesichert. Zudem spielt eine gute Zusammenarbeit von Mitarbeitern und Unternehmensführung eine wichtige Rolle.

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Bild oben: Konzernzentrale auf der Gerlinger Schillerhöhe.

Heutzutage arbeiten ungefähr 300.000 Mitarbeiter bei Bosch nach dem Grundprinzip des Gründers Robert Bosch, dass ein langfristiger Erfolg besser ist als eine kurzfristige Gewinnmaximierung, welches allerdings nur durch stetige Weiterentwicklung erreichbar ist. Daher arbeitet zum Beispiel schon im Jahr 1905 die erste Frau bei Bosch; 1914 waren es bereits 678 Frauen und im Jahr 2009 waren ein Fünftel der weltweiten Mitarbeiter Frauen.

Mittlerweile besitzt die Firma 100 Einzelunternehmen und machte beispielsweise im Jahr 2012 einen Umsatz von 52,5 Milliarden Euro.

Bosch ist eine große Familie, die seit mehr als 125 Jahren das Lebenswerk von Robert Bosch weiterführt!

 

Nachfolgender Text: S. K., Kursstufe K1

Textmarke_rot_RBRobert Bosch - Lebenswerk eines Pioniers

„Wer aufhört, besser zu sein, hat aufgehört, gut zu sein!“ - Robert Bosch

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Dieses Zitat von Robert Bosch ziert nun unser neues Schulgebäude. Selbst unsere Schule trägt seinen Namen. Doch wer war Robert Bosch und warum wurde er so erfolgreich? Begeben wir uns doch einmal auf die Spuren von Robert Bosch…

 

Textmarke_blauSeine Kindheit und Ausbildung

Robert Bosch wurde am 23. September 1861 in Albeck bei Ulm geboren. Er war das elfte von zwölf Kindern, des wohlhabenden Kronenwirts Servatius Bosch und seiner Frau Maria Margaretha. Sein Vater war ein sehr ehrgeiziger und gebildeter Mann und seine Mutter beschrieb er als eine außerordentlich tüchtige und verständnisvolle Frau, die sich liebevoll um ihre Kinder gekümmert hat. In Ulm besuchte er die Realschule. Er war ein guter Schüler, doch er gab zu, dass es ihm an „Sitzfleisch und Ehrgeiz fehlte“. Robert hätte gerne etwas mit Zoologie und Botanik studiert, doch auf Empfehlung seines Vaters ging er nicht weiter aufs Gymnasium, sondern entschied sich für eine Lehre als Feinmechaniker. Mit 18 Jahren hatte er seine Lehre abgeschlossen. Robert hatte sich in vielen Städten für eine Stelle beworben, doch immer ohne Erfolg. So ging er 1879 zu seinem älteren Bruder nach Köln und arbeitete ein paar Monate in seinem Geschäft als Metallbildner. Noch im selben Jahr kehrte er wieder zurück und arbeitete in Stuttgart. Doch auch dies hielt nicht lange und seine Wanderschaft ging weiter. Nach dem Tod seines Vaters trat er einen einjährigen Militärdienst an. Im Winter 1883 schrieb er sich, trotz fehlender Vorkenntnisse, als Gasthörer an der technischen Hochschule in Stuttgart ein. Danach entschied er sich für ein Jahr nach Amerika zu gehen und dort für die Edison-Werke in New York zu arbeiten. 1885 ging er weiter nach London, um dort für die Siemens Brothers zu arbeiten. In London lernte er Anna Kayser kennen, mit der er sich Weihnachten 1885 offiziell verlobte. Im November 1886 gründete er dann sein Geschäft in der Rotebühlstraße in Stuttgart, „Werkstätte für Feinmechanik & Elektrotechnik“. Die Wurzeln eines der weltweit größten Unternehmen.

 

Textmarke_blauSeine Familien, seine Frauen und seine weitere Karriere

„Es mag kommen, wie es will; Du musst mein werden; Sollten wir Unglück haben, deine Liebe wird mir bleiben, denn ich werde meine Pflicht tun.“

Diese Sätze schrieb er seiner Verlobten Anna noch in weiter Ferne. Die Ehe mit Anna war geprägt von Auf und Abs, denn beide waren nicht immer derselben Meinung. Robert und Anna heirateten am 10. Oktober 1887 in Obertürkheim. 1888 und 1889 kamen seine Töchter Margarethe und Paula zur Welt. Später sein Sohn Robert. 1893 kam Erna Elisabeth zur Welt, doch ein Jahr später starb sie an einer „akuten Zuckerkrankheit“. Durch den Aufstieg seines Unternehmens baute Bosch seiner Familie 1902 eine Villa. Robert Bosch war ein großer Naturliebhaber und ging in seiner Freizeit gerne auf die Jagd.

Ein weiterer Schicksalsschlag war die Erkrankung seines Sohnes an Multipler Sklerose, der am 6. April 1921 dran starb. Da sich Bosch immer weiter in seine Arbeit flüchtete, um seine Trauer zu verbergen, zog sich seine Frau auch weiter zurück. Dadurch teilte sich das Paar immer mehr, bis 1927 die Ehe geschieden wurde. Nach der Scheidung heiratete er seine Mitarbeiterin und Beraterin Margarethe Wörz. Daraufhin bekamen sie einen Sohn, der auch Robert hieß und eine Tochter namens Eva.

 

Textmarke_blauDas Unternehmen wächst und Robert Bosch kommt auf eine zündende Idee

Robert Bosch ist auf den Magnetzünder aufmerksam geworden. Ein Maschinenbauer hatte ihn gefragt, ob er diesen Magnetzünder nicht nachbauen könnte. Daraufhin studierte er den Apparat genau. Sein erstes Exemplar lieferte er dem Maschinenbauer Schmehl & Hespelt. Robert Bosch stellte weitere Magnetzünder her und produzierte sie in größerer Stück-zahl. 1897 baute er den ersten Magnetzünder in ein Automobil ein . Durch diesen Erfolg baute Bosch seine erste eigene Fabrik in Stuttgart mit 45 Mitarbeitern. Später wandelte er sein Unter-nehmen in eine AG um. Durch den immer zunehmenden Erfolg und Popularität wurde aus der AG, die Robert Bosch GmbH.

 

Textmarke_blauBosch, ein Freund der Medizin

Robert Bosch war ein Förderer der alternativen Heilverfahren. Durch seinen Verdienst für die homöopathische Wissenschaft, bekam er ein Anwesen, auf dem ein Museum gebaut werden sollte, vom Stuttgarter Gemeinderat geschenkt. Für ein Krankenhaus, das unweit von seinem Anwesen gebaut werden sollte, spendete er 3 Mio. deutsche Mark. Somit baute er sein eigenes homöopathisches Krankenhaus, das natürlich nach ihm benannt worden ist.

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Bild oben: das Robert-Bosch-Krankenhaus (Frühling 2008).

Textmarke_blauDie letzten Tage von Robert Bosch

Im Winter wurde Bosch schwer krank. Doch das brachte ihn nicht davon ab, zu arbeiten. Sein Privatsekretär beschrieb es so: „Noch zwei oder drei Tage vor seinem Tod war er im Büro und arbeitete. Er trug einen Verband um den Kopf in Höhe der Ohren und stöhnte vor Schmerzen.“ Am 12. März 1942 starb er an den Folgen einer Mittelohrentzündung. Sechs Tage später fand sein Staatsbegräbnis statt. Doch sein Lebenswerk ist geblieben und wird immer noch weitergeführt!

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Bild oben: auf dem Stuttgarter Waldfriedhof haben viele große Stuttgarter Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden, auch unser Schulnamensgeber Robert Bosch

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