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Flagge_IsraelTextmarke_rot_RBSchüleraustausch mit Israel

Schulpartnerschaft mit der Har V’Gai (Har Vagay) Regional High School, Kibbuz Dafna, Israel

Copyright-Hinweis: die animierte Flagge dürfen wir mit freundlicher Genehmigung von www.flags.de auf unserer Website benutzen.

Nachfolgender Text: Wolfgang Epple und Hubert Würger
Fotos: beteiligte Schülerinnen.

Austausche_2Die seit Jahren bestehende Partnerschaft zwischen dem Landkreis Ludwigsburg und dem Bezirk Obergaliläa gab den Anstoß für ein Projekt, das Schülerinnen und Schülern aus beiden Regionen ein gegenseitiges Kennenlernen ermöglichen soll und das auf Vermittlung von Alt-Bürgermeister Albrecht  Sellner mit unserem Besuch der Schule in Dafna im Januar 1997 seinen Anfang nahm.

Die vielen positiven Eindrücke, die wir von dieser Reise zurückbrachten, sowie die sich schnell entwickelnden herzlichen Beziehungen zu den dortigen Organisationspartnern ermutigten uns zu der Durchführung eines ersten Begegnungsprogramms, das eine Gruppe von israelischen Schülerinnen und Schülern im Herbst 1997 nach Gerlingen führte; im Herbst 1998 erfolgte dann der Gegenbesuch der Gerlinger Gruppe in Israel.

Bild rechts: im Atrium unseres Schulgebäudes sind alle Partnerschulen / Austausche dargestellt.

Im Oktober 1999 konnten wir bereits das zweite Mal israelische Gäste bei uns begrüßen, im September 2000 trafen sich die Partner dieses 2. Projekts im "Heiligen Land".

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Oben: Pausenhof der Schule Har Vagay Reagional High School/ Kibbuz Dafna.

Im Herbst des Jahres 2001 fand bereits der 3. Besuch einer israelischen Gruppe in Gerlingen statt. Die politische Lage hatte sich zwischenzeitlich zum Negativen verändert, und auch wir sind von der unsicheren politischen Lage in Israel direkt betroffen. Der gewohnte Rhythmus von Besuch und Gegenbesuch war seit dem Jahre 2002 unterbrochen, die Reise nach Israel konnte wegen vorhandener Sicherheitsbedenken nicht stattfinden, was für unsere Schüler eine große Enttäuschung war. Denn natürlich liegt gerade in der Aussicht dieses faszinierende Land kennenzulernen, die landschaftliche, kulturelle, ethnische und religiöse Vielfalt zu erfahren, der besondere Reiz dieses Begegnungsprogramms.

Dennoch wollen wir weiterhin gemeinsame Projekte durchführen und haben die Gestaltung des Austausches den Schwierigkeiten angepasst. Im Jahre 2003 hatten wir wieder eine israelische Gruppe zu Gast. Eine gemeinsame Exkursion nach Berlin ermöglichte auch den Gerlinger Schülerinnen und Schülern, die an diesem Projekt teilnahmen, eine Erweiterung ihres Horizonts - neben den vielen neuen Erfahrungen im Umgang mit ihren israelischen Partnern.

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Bild oben: der Felsendom in der Altstadt von Jerusalem; Foto: Peter Johann, 2013.

Diese Art des Austausches - ein gemeinsamer Aufenthalt deutscher und israelischer Schüler/innen in Berlin - wiederholte sich auch beim Besuch der israelischen Schüler/innen in Gerlingen im Herbst 2005.

Anm. des Webmasters: seit Herbst 2010 findet der Austausch wieder tatsächlich auch als räumlicher Austausch statt: die deutschen Schüler/innen besuchten im Oktober 2010 ihre Partnerschüler/innen in Israel.

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Bild oben: von den Golanhöhen aus kann man auf die Nachbarländer Syrien und Libanon blicken (Oktober 2010).

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Bild oben: die Klagemauer in Jerusalem.

 

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Textmarke_rot_RBZurückliegende Austausche:

 

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Textmarke_rot_RBIsraelaustausch 2016/2017: Besuch der israelischen Schüler/innen in Gerlingen
5. - 12. Oktober 2017

Text und Fotos: Eberhard Kleinmann; Teilnehmer/innen

Israel-Austausch, Donnerstag, der 05.10.2017

Gleich am Donnerstagmorgen nach der Ankunft der Israelis am Abend zuvor traf sich die gesamte Gruppe einschließlich der  Lehrer in der Schule. Man hatte sich zwar bereits am Flughafen gesehen, wirklich kennengelernt hatten wir uns aber noch nicht. Obwohl Englisch sowohl für uns Deutsche als auch für die Israelis eine Fremdsprache ist, stellten wir überraschend schnell viele Gemeinsamkeiten fest, sodass sich im Raum beim gemeinsamen zweiten Frühstück viel Gelächter und gute Stimmung breit machten.

Nachdem alle gegessen hatten, begann das traditionelle Kennenlernprogramm. Los ging’s mit der klassischen Namensrunde und kurzen Vorstellung seiner selbst, abschließend ein Gespräch über die Erwartungen und Hoffnungen der einzelnen Teilnehmer an den Austausch.

Nach der Mittagspause teilte sich die Gruppe in mehrere Kleingruppen zur Vorbereitung von Rollenspielen. Je drei Deutsche mit ihren Austauschpartnern bekamen zwei Situationen gegeben, auf die einmal typisch deutsch, dann typisch israelisch reagiert werden sollte. Zum Beispiel eine Reise ins Ausland planen, einen Strafzettel verpasst bekommen oder einem äußerst gutaussehenden Jungen im Fitnessstudio begegnen. Zusätzlich sollten wir uns noch nützliche Vokabeln auf Deutsch und Hebräisch für solche Situationen überlegen. Gewissermaßen Kulturlehre und Vokabeltraining in einem. Das Vorführen dieser kleinen Rollenspiele war für alle Beteiligten ein unglaublicher Spaß, unter anderem, weil das meiste halb dahin improvisiert wurde, die Situationen vollkommen überspitzt dargestellt waren und man einmal die Chance hatte, sich beherzt über sich selbst und die Klischees seiner Landsleute lustig zu machen. Nicht zu vergessen, dass man dabei auch eine Menge nützlicher Wörter gelernt hat, wie zum Beispiel „Essen“ oder „Dummkopf“.

Am Abend traf sich die ganze Gruppe noch einmal, diesmal ohne Lehrer, bei Erik zuhause, wo sich wieder einmal gezeigt hat, dass Musik, Tanz und Pizza die Welt verbinden.   

Israel-Austausch, Freitag, der 06.10.2017

Wie schon am Tag zuvor begann dieser Freitag mit einem gemeinsamen Frühstück in der Schule. Alle, die eine Tracht zuhause hatten, sollten sie tragen, um den Israelis „unsere“ Tradition und Kultur zu zeigen. Unseren Austauschschülern haben die Lederhosen und Dirndl sehr gefallen, während sich die Deutschen in der großen Pause der Schule etwas fehl am Platz fühlten. Dennoch war es für alle Seiten nett, als die Deutschen ihren Freunden ihre Gäste vorstellten. 

Die Tradition war dann auch das Thema unserer Arbeit in der Schule. In Anlehnung an den Film „Midnight in Paris“ suchten wir zunächst im Internet nach nostalgischen Produkten und Traditionen in Israel und Deutschland und informierten uns anschließend über die Kultur und Geschichte Nürnbergs als Vorbereitung für unsere Reise dorthin. Dabei stellten wir überrascht fest, wie viel Nostalgie doch in unserem Alltag verankert ist.

Als mittags das Programm in der Schule vorbei war, gingen wir alle zusammen auf den Wasen nach Stuttgart. Trotz des regnerischen Wetters und ein paar schummerigen Gefühlen nach der zweiten Achterbahn war es vor allem für die Israelis ein besonderes Erlebnis. Es war sehr schön, als gesamte Gruppe etwas zu unternehmen und zu sehen, dass es unseren Freunden so gut gefiel.

Auch an diesem Abend trafen wir uns zusammen bei einer Teilnehmerin zuhause zum gemütlichen Entspannen und Unterhalten. Hier waren  ebenfalls fast alle dabei, was wieder zeigte, dass wir uns alle richtig gut miteinander verstehen und einen enorm starken Gruppenzusammenhalt haben – erstaunlich, wenn man bedenkt, dass dies erst der zweite Abend war.

Israel-Austausch, Wochenende (7.10-8.10.2017)

Das Wochenende diente traditionelle wieder dazu, Ausflüge mit der Familie und dem oder der Austauschpartner/-in zu machen. Anhand der Ausflüge die ich mit meinem Austauschpartner unternommen habe möchte ich aufzeigen, was die Israelis an Deutschland so interessiert und fasziniert.

Am Samstag starteten wir morgens in Schwarzwald um Sommerrodelbahn zu fahren und anschließend noch ins Unimog-Museum Gaggenau zu gehen. Als wir zu der Sommerrodelbahn kamen, freute sich mein Israeli sehr, da es für ihn besonders war außerhalb des Winters in die “Berge” zu fahren. Außerdem war er erstaunt, wie wenig dort los war und er erzählte uns, dass es bei ihnen einen Berg gibt, der im Winter, wenn es geschneit hat, rappelvoll ist, da man dort dann für wenige Tage Wintersport betreiben kann. Auf der Fahrt zum Unimog-Museum schoss mein Austauschschüler dann unzählige Fotos von dem durchgängigen Wald, da es für ihn beeindruckend war, wie viele Bäume es hier in Deutschland gibt und dass ein Wald nicht nur aus wenigen Bäumen besteht.

Im Unimog-Museum angekommen war er sofort fasziniert von der Technik, wie diese sich entwickelt hat und, dass noch so viel alte Technik erhalten ist. Die anschließende Unimog-Fahrt war das Highlight des Tages. Der Unimog fuhr eine 100%-ige Steigung, mit einer Achsverschränkung von 30° über ein Hindernis, eine 60%-ige Steigung an einer Treppe hoch und dann 70% Gefälle. Bei jedem Hindernis sah man die Freude meinem Austauschpartner an und er sagte danach, dass es ein unvergessliches Erlebnis war und dass es beeindruckende Technik sei, die wir hier haben.

Israel_AT_2017_SchleuseAuf dem Rückweg über das Elsass überquerten wir den Rhein mit der Fähre in Plittersdorf, die aus- schließlich mit der Strömung fährt. Verwundert, über solch eine kleine Fähre und begeistert von deren Antriebstechnik genoss mein Austauschpartner die Überfahrt. Besonders war für ihn auch, dass es keine wirkliche Grenze zwischen Deutschland und Frankreich gibt.

Anschließend machten wir noch einen halt an der Schleuse Iffezheim (siehe Bild) und dem daneben liegenden Wasserkraftwerk. Als mein Austauschpartner die Binnenschiffe sah, meinte er, dass es bei ihnen entweder ganz kleine Schiffe gibt oder große welche auf dem Meer fahren, die in Israel soweit die Flüsse aufwärts fahren, bis diese zu klein werden.

Beim Wasserkraftwerk sagte er zu uns, dass sie in ihrem Kibuzz (ein Dorf) auch so einen Generator in viel kleiner haben, dass dieser jedoch nicht viel Energie bringt, sondern nur dazu da ist, um sagen zu können, dass sie “grün sind”. Er war davon so fasziniert, dass er seinem Vater gleich ein Foto von den Konstruktionsplänen schickte. Diese vielen Eindrücke und das kalte Wetter ließen uns erschöpft ins Bett fallen, während die anderen Schüler noch den Geburtstag eines Israelis bei dessen Austauschschüler feierten. Ein Großteil war mit ihren Austauschschülern in Stuttgart zum “Shoppen” und zeigte ihnen die Vielfalt der Angebote in Stuttgart. Ein wesentlich kleinerer Teil war in Straßburg. Ein Anderer zeigte seinem Austauschpartner die Schweiz.

Am Sonntag gingen wir ins Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart, mit dem Ziel meinem Austauschpartner die technischen und industrielle Entwicklung in unserer Heimat näher zu bringen. Von Anfang an war er gefesselt von der Ausstellung. Das “erste Auto” war für ihn ein echtes Highlight, da es ihn faszinierte, dass diese Erfindung aus unserer Nähe die ganze Welt bis heute verändert.

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Bild oben: das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart (Bild: der Webmaster)

Israel_AT_2017_ZahnradbahnIn der Ausstellung trafen wir außerdem andere Schüler des Austauschs, die vor ihrem Wasen-Besuch noch kurz die Automobilgeschichte ihren Austauschschülern zeigen wollten. Des Weiteren bewunderte mein Austauschschüler die Vielfältigkeit der Produkte, die das Unternehmen wachsen ließen, obwohl es im Krieg fast komplett zerstört wurde. Außerdem beobachtete er mit Faszination wie das Auto hier in Deutschland mit immer weiteren Erfindungen weiterentwickelt wurde und wie viel Forschung und “ Know how” von den Entwicklern bis heute in den jedem Auto steckt.

Als wir anschließend noch mit der Standseilbahn (siehe Bild) fuhren, konnte er es nicht mehr fassen, wie viel technisches Wissen wir in Deutschland über Jahrhunderte gesammelt haben und wie gut es ist, dass die alte Technik bis heute noch funktioniert. Das machte mich schon irgendwie stolz, jedoch verging mir der Stolz in den nächsten Tagen vollständig.

Mit der Aussicht über Stuttgart vom “Monte Scherbelino” auf dem Birkenkopf ließen wir den Tag noch ausklingen, jedoch stimmte uns dessen Geschichte schon auf die nächsten Tage ein.

 

Israel-Austausch, Montag, der 9.10.2017

Heute ging der Tag um 7:45 Uhr an der Jahnhalle los. Dann sind wir erst mal alle zusammen mit dem Bus nach Nürnberg gefahren. Man hat gemerkt, dass viele noch leicht verschlafen waren. Je mehr wir uns Nürnberg näherten, desto wacher wurden wir. Dort angekommen, machten wir eine Audioguide-Tour durch die Kaiserburg in Nürnberg (siehe Bild unten) und durften zuschauen, wie in den 50 Meter tiefen Burgbrunnen ein Kerzenleuchter heruntergelassen wurde. Es wurde auch Wasser in den Brunnen gekippt, um zu zeigen, wie lange es dauert, bis das Wasser unten aufprallt. (Alle haben gestaunt, weil es länger dauerte, als man erwartet hat).

Israel_AT_2017_Nürnberg

Dann hatten wir eine Mittagspause, in der wir aßen, Shoppen waren und uns gegenseitig durch Nürnberg führten.

Anschließend trafen wir uns wieder an der Burg und fuhren gemeinsam zum Reichsparteitagsgelände. Dort liefen wir wieder mit Audioguides durch die Ausstellung und hörten Dinge, die man auch erst mal verarbeiten musste. Emotional waren wir sicher alle, gerade weil man hier direkt mit der skrupellosen Vergangenheit Deutschlands konfrontiert wurde. Leider hatten wir dort nicht all zu viel Zeit, um uns in Ruhe mit der Information auseinanderzusetzen. Zunächst besichtigten wir kurz das Zeppelinfeld, bevor wir dann nach Brettheim zu unserer Jugendherberge fuhren. Dort aßen wir zu Abend, wobei es verschiedene Meinungen  über die Mahlzeit gab. Dann bezogen wir unsere Zimmer und hatten den Abend zur freien Verfügung. Da es aber einen Raum mit Billard, Tischtennis und Tischkicker gab, spielten wir gemeinsam, bis wir langsam müde waren und alle nacheinander auf die Zimmer gingen.

Israel-Austausch, Dienstag, der 10.10.2017

Nach dem kräftigenden Frühstück in unserer Jugendherberge machten wir uns auf den Weg zum bekannten Friedhof in Brettheim (siehe Bild unten). Dort berichtete uns Herr Kleinmann von den Vorfällen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und von drei Männern aus Brettheim, die aufgrund ihres gegensätzlichen Verhaltens der NSDAP gegenüber, an zwei Linden vor dem Friedhof erhängt wurden. Es war für uns sehr schockierend die Linden zu sehen, an denen die Männer erhängt wurden.

Israel_AT_2017_Friedhof

Nach unserem kurzen Ausflug zum Friedhof ging es schließlich nach Rothenburg, wo wir den Rest des Tages zusammen verbringen wollten. Die Besichtigung der Stadt Rothenburg begann mit einer Stadtführung von Herrn Kleinmann, bei der er seine Vorträge sowohl auf Deutsch als auch auf Hebräisch hielt. Alle waren beeindruckt von Herrn Kleinmanns Hebräisch-Kenntnissen und seine Mühe hat sich gelohnt, da so alle Schüler viel mitnehmen konnten. Als wir an ein jüdisches Denkmal kamen, waren die Israelis sehr berührt und legten auf die in hebräischer Schrift geschriebene Steintafel kleine Steine. Wir deutsche Schüler taten dasselbe, nachdem die Israelis uns erklärt hatten, dass dies zum Ausdruck des Respekts gegenüber den verstorbenen Juden dient. Nachdem wir unsere Mittagspause in einem leckeren bayrischen Restaurant verbracht hatten, konnten wir beim zweiten Teil der Stadtführung weitere Eindrücke von Rothenburg gewinnen.

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Bild oben: Rothenburg o. T.. / Rathaus (Foto: der Webmaster; 15.10.2017).

Trotz des schlechten Wetters liefen wir aufgeteilt in mehreren Gruppen durch Rothenburg und befragten dort Leute zur Geschichte zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Rothenburg. Da viele Leute auf Englisch antworteten, konnten sich die israelischen Schüler auch ein paar Eindrücke verschaffen. Am informativsten war jedoch ein älterer Herr, der uns als Zeitzeuge viele Erlebnisse schildern konnte. Auch die Israelis waren erstaunt über das, was der Mann berichtete, nachdem wir es ihnen in Englisch übersetzt hatten. In unserer Freizeit hatten wir die Möglichkeit, uns in einem Café aufzuwärmen und verschafften uns einen Überblick von Rothenburg, indem wir auf den Turm des Rathauses gingen. Leider mussten wir Rothenburg schließlich hinter uns lassen und fuhren, trotz des anstrengenden Tages, mit guter Stimmung zurück nach Gerlingen.

Israel-Austausch, Mittwoch, der 11.10.2017

Am Mittwoch hatten wir die Gelegenheit, bis zum Mittag in Vaihingen an der Enz das Konzentrationszentrum (KZ) zu besuchen. Nachmittags waren wir zur Stärkung der Gemeinschaft bowlen.

Der Tag begann damit, dass uns unsere israelischen Freunde die Geschichte eines deutschen Mädchens aus Vaihingen Enz in der NS Zeit erzählten. Trotz der strengen Randbedingungen half das Mädchen den gefangenen Juden auf dem elterlichen Gutshof. Das hat uns sehr beeindruckt.

Dann fuhren wir mit der S-Bahn zum KZ. Dort angekommen hat uns ein ehrenamtlicher Mann empfangen, der uns alles Wichtige zu diesem KZ erzählte. Angefangen hat der Rundgang an einem Miniatur-Modell des KZ. Er hat uns dann Geschichten von Zeitzeugen erzählt und uns über die schrecklichen Umstände in dem KZ aufklärt. Dabei herrschte eine sehr bedrückte Stimmung und alle stellten sich vor, wie grausam das Leben hier gewesen sein musste. Gleich darauf sahen wir einen zusammenfassenden Film über die Geschichte des KZ. Nach der ausführlichen Erklärung sind wir zum Friedhof der Gedenkstätte gegangen. Dort wurde uns erzählt, dass es immer wieder Vandalismus an der Gedenkstätte gab, was wir nicht fassen konnten. Im Anschluss hatten wir Zeit, uns die Gedenkstätte persönlich anzuschauen und es flossen Tränen bei den Israelis und bei uns. Zum Abschluss bestand die Möglichkeit Kerzen anzuzünden im Gedenken an die Verstorbenen.

Am Nachmittag sind wir dann nach Feuerbach bowlen gegangen. Dort haben wir viel zusammen gespielt und eine gute Zeit gemeinsam verbracht. Wir konnten die am Morgen gehörten Impulse verarbeiten und uns daran erinnern, dass die Barriere nicht mehr existiert.

Am Abend haben wir uns spontan am Schloss Solitude getroffen und den Abend mit einem Picknick ausklingen lassen.

Israel-Austausch, Donnerstag, der 12.10.2017

An diesem Tag sind wir nach Ludwigsburg gefahren, zuerst zum Ludwigsburger Schloss.

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Bild oben: das Schloss in Ludwigsburg (Bild: der Webmaster)

Dort haben wir uns in 2 Gruppen aufgeteilt und hatten eine sehr interessante Führung durch das Schloss. Wir sind durch sehr viele Räume gelaufen; beeindruckend wie viele Räume so ein Schloss haben kann! Am beeindruckendsten war das Spiegelkabinett mit unfassbar vielen Spiegeln.

Leider durfte man im Schloss keine Fotos machen… Sarai hätte sicher einen schönen Fotospot gefunden :)

Theresa hat im Schloss eine neue Location für ihren Geburtstag, einmal Prinzessin sein, gefunden und plant auch schon weiter… heiraten im Ludwigsburger Schloss. Wir wären wirklich gerne noch in das blühende Barock gegangen und hätten die Kürbisausstellung besichtigt, aber es war keine Zeit mehr und den meisten knurrte auch schon der Magen, weshalb wir uns auf den Weg zum Landratsamt Ludwigsburg machten.

Wir wurden dort alle sehr herzlich begrüßt und haben einen Film über die Region Ludwigsburg angeschaut. Anschließend haben wir Fotos gemacht und das Gästebuch signiert. Daraufhin hat uns der Ludwigsburger Landkreis auf ein Mittagessen in der neuen Kantine eingeladen.

Der Nachmittag stand zur freien Verfügung bis wir uns abends wieder in der Schule getroffen haben.

Abends in der Schule haben wir uns zusammengesetzt und jeder durfte sagen, was ihm am Austausch gefallen hat oder nicht. Erstaunlich wie wenig Negatives gesagt wurde. Ein paar wurden auch sehr emotional, da sie realisiert haben, dass der Austausch zu Ende geht, denn als man so in die Runde geschaut hat, hat man bemerkt, es geht nicht irgendjemand, sondern richtige gute Freunde.

Es waren zwar nur knapp 10 Tage, aber dafür 10 sehr intensive Tage, die israelische sowie deutsche Freundschaften ermöglicht haben. Zum Abschluss sind wir zu Jonathan nachhause gegangen und haben dort alle miteinander gegrillt und gegessen.

Der perfekte Abschluss bestand darin, dass Ran (ein israelischer Austauschschüler) eine sehr rührende Abschlussrede gehalten hat. 

 

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Textmarke_rot_RBIsraelaustausch 2016: Besuch der Gerlinger Schüler/innen in Israel
21. - 30. September 2016

Text und Fotos: Eberhard Kleinmann; Teilnehmer/innen

Har VaGai Regional School und Robert-Bosch-Gymnasium Gerlingen

1. Chronologische Darstellung

Was haben wir wann gemacht? Die folgenden Abschnitte geben darüber einen Überblick.

Tag 1

Morgens um 6 Uhr ging es los. Alle trafen sich schlaftrunken am Stuttgarter Flughafen, um auf den lang ersehnten Abflug zu warten. Gegen acht Uhr hob die Flugmaschine gen Wien ab, wo die gesammelte Truppe in den Flieger nach Tel Aviv umstieg. Um ungefähr drei Uhr Ortszeit kamen wir in Tel Aviv an, um eine dreistündige Busfahrt anzutreten, auf welcher alle zu ihren Gastfamilien gefahren wurden.

Tag 2

Beginnend um 9 Uhr in der lokalen Har VaGai Schule versprach der Tag ein interessanter zu werden. Spontan wurde entschieden, dass die deutschen Austauschschüler die israelischen auf eine Veranstaltung des israelischen Militärs begleiten durften. Da alle israelischen Jugendlichen nach dem Abschluss der Schule verpflichtet werden der Armee zu dienen, wurden sie auf eine Werbeveranstaltung eingeladen. So bekamen alle Schüler zunächst eine Kampfsimulation der „Golani-Einheit“ zu sehen und dann wurden verschiedenste Armeeeinheiten auf einem separaten Platz vorgestellt. Das Highlight des Tages war nach langem Warten eine Demonstration der Schusskraft der israelischen Panzer.

Tage 3  und 4

Wochenende in den Familien

Tag 5

Um 9 Uhr fuhr die Gruppe in Richtung Akko ab. Gegen 10.30 Uhr kam die gesammelte Truppe an und besichtigte die Stadt. Man sah Kirchen, Märkte und an der Küste machte man gemeinsam Bilder. Weiter ging es nach Haifa, wo man zusammen den heiligen Garten der Bahai-Religion besichtigte.

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Tag 6

An diesem Tag fuhren wir mit dem Bus zum See Genezareth, wo wir heilige Orte besuchten, die mit Jesus Christus in Verbindung gebracht werden: den Berg der Seligpreisungen, die Kirche der Brotvermehrung und die Ausgrabungen von Kapernaum.

Tag 7

Um 9 Uhr ging es los zum Kibbuz Misgav Am an der Grenze zum Libanon. Dort wurde uns das Leben in der Nähe der Grenze erläutert. Von dort aus fuhren wir der Grenze entlang weiter bis zur antiken Synagoge von Bar’am. Im Anschluss besuchten wir noch einen Beduinen, der uns seine beduinische Lebensweise vorführte.

Tag 8

Aufgrund der Partnerschaft des Landkreises Ludwigsburg mit dem Oberen Galiläa wurde der Austausch eingeladen das israelische Landratsamt zu besuchen, wo die Gruppe darum gebeten wurde einen Baum zu pflanzen. Danach wurden unsere Austauschschüler bereits zurück zur Schule gefahren, da sie zu einer anderen Schulveranstaltung mussten. Wir nutzten diese Zeit um an einem Flusslauf, welcher in die Schule führt, entlang zu wandern. Nach der Ankunft in der Schule entspannten wir uns noch gemeinsam am schuleigenen Fluss.

Tag 9

Nach zweistündiger Fahrt erreichten wir Jerusalem, wo wir das berühmte Holocaust Museum Yad Vashem besuchten und eine Führung bekamen. Danach ging es zu unserer Herberge in der Nähe vom Herzelberg. Nach einer kurzen Pause ging es dann auch schon weiter in die Altstadt von Jerusalem, wo sich unsere Austauschpartner von uns trennten. Unsere Gruppe besuchte historische und heilige Orte, wie die Grabeskirche und die Klagemauer oder auch das arabische Viertel. Während der Besichtigungen wurden wir von Herrn Kleinmann mit Hintergrundwissen versorgt. Am Abend ging es dann zurück in die Herberge und wir verbrachten dort unsere letzte gemeinsame Nacht als Gruppe.

Tag 10

Unser letzter Tag ging bereits früh los, damit wir trotz der Sicherheitsvorkehrungen und erwarteten Verkehrsbehinderungen wegen des Begräbnisses des ehemaligen Staatspräsidenten Shimon Peres rechtzeitig am Flughafen sein konnten. Dies hatte sich aber nicht bewahrheitet und so hatten wir noch ein paar Stunden Zeit, welche wir an der Hafenpromenade in Tel Aviv verbrachten. Vor dem Flug verabschiedeten wir uns alle noch herzlich von unseren israelischen Freunden, bevor wir gehen mussten. Unser Flug hatte am Ende eine zweistündige Verspätung, wodurch wir unseren Anschlussflug verpassten. Allerdings wurden wir von unserer Fluggesellschaft umgebucht, sodass wir am Ende nur noch eine Verspätung von einer Stunde hatten. Abends um 23:00 Uhr kamen wir wieder in Stuttgart an.

 

2. Erlebnisse, Eindrücke

Für den folgenden Abschnitt wurden Notizen aus den Reisetagebüchern der Gruppe zusammengestellt.

Etwas unausgeschlafen trafen wir uns alle am Mittwochmorgen (viel zu früh)  um 6.00 Uhr am Flughafen in Stuttgart. Voller Erwartungen unsere Austauschpartner wiederzusehen und das Land Israel kennenzulernen, stiegen wir ins Flugzeug und landeten, nach einem kurzen Zwischenstopp in Wien, auch schon nach ca. sieben Stunden in Tel Aviv. Dort erwartete uns der israelische Lehrer Peter in einer unglaublichen Hitze. Mit einem kleinen Minibus wurden wir dann alle zu unseren Gastfamilien gebracht. Was uns sofort auffiel war die Gastfreundlichkeit der Israelis, seien es die Familie unserer Austauschpartner oder deren Freunde. Man wurde als heimgekommener Sohn gefeiert.

Israel_Austausch_2016_Kibbuz

Der größte Unterschied der sofort zu bemerken war, ist die Entfernung zwischen den sogenannten Kibbuzim. In diesen kleinen Dörfern herrschen ein unglaublich großes Vertrauen und eine harmonische Gemeinschaft. Jeder kennt jeden und man hilft sich. Dies fiel vor allem daran auf, dass die Häuser oft nicht abgeschlossen wurden. Jedoch betrug der Weg zum nächstliegenden Austauschteilnehmer teilweise über eine halbe Stunde, weshalb jeder seinen ersten Abend anders verbrachte. Sei es die Besichtigung der Grenze zum Libanon, oder die Besichtigung einer Stadt mit dem Kennlernen von Freunden.

Israel_Austausch_2016_Golan

In den folgenden Tagen kam viel spannendes Programm auf uns zu. So begleiteten wir die gesamte Oberstufe der Har Vagai Schule zu einem Informationstag über das Militär auf den Golanhöhen (siehe Bild oben). Bedauerlicherweise waren die Vorträge auf Hebräisch, wodurch wir (ausgenommen Herr Kleinmann) nichts verstanden haben und dieser Teil des Austausches somit ein wenig langweilig war. Was jedoch auch wir verstanden haben, waren die demonstrierten Szenarien eines Militärs Angriff, zum einen mit Gewehren, aber auch mit Panzern. Während die Israelis diese Vorführung mit großem Jubel begrüßten, waren wir Deutsche ein wenig geschockt so etwas zu Gesicht zu bekommen. Dadurch wurde uns gleich am ersten Tag klar, dass wir uns hier in einer komplett anderen Welt befinden. Was in Deutschland nicht möglich wäre, schafft in Israel ein Einheitsgefühl mit gleichen Interessen. Uns wurde klar, dass der Eintritt in das Militär ein hoch angesehenes Ziel der Israelis ist. Auch beeindruckte uns die Gemeinschaft als rund 5.000 Israelis gemeinsam die Nationalhymne sangen.

Das Wochenende hatten wir zur freien Verfügung und nutzten dieses, um alle gemeinsam den Sabbat zu feiern. Dies war sehr interessant, da wir viele neue Erfahrungen zu Themen sammelten, die wir nur aus dem Religionsunterricht kannten. Diesen Effekt hatte auch das Besichtigen der religiösen Orte, wie des See Genezareth, der Stadt Kapernaum, Jerusalems mit der Grabeskirche und Klagemauer und der Brotvermehrungskirche. An all diesen Orten schwankten wir zwischen unserer Vorstellung und der Realität. Denn zwar oft in der Bibel gelesen, erschienen diese Orte trotzdem immer sehr weit weg und nur in unseren Gedanken. Sie nun aber in der Realität zu sehen wirkte sehr beeindruckend auf uns.

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Neben militärischen und religiösen Erfahrungen hatten wir auch die Möglichkeit, die Landschaft und den Lebensstil näher zu erkunden. So verbrachten wir eine Nacht draußen und schliefen in Zelten neben einem Lagerfeuer. Am Morgen erwachten wir mitten in der Wüste mit einer unglaublichen Aussicht. Weit und breit erstreckte sich eine wunderschöne unberührte Landschaft. Auch unser Frühstück zeigte uns, wie man mit der Natur leben kann. So gab es selbstgepflückten Granatapfel. Manche von uns hatten noch die Möglichkeit durch die Wüste zu wandern. Während es dabei keine Anzeichen von Infrastruktur und Zivilisation gab, litten wir anstatt unter Abgasen und Umweltverschmutzung unter der stickigen Hitze. Während die Israelis auch mit langer Hose unterwegs waren, mussten wir unsere T-Shirts ausziehen, um nicht in unserem Schweiß zu ertrinken. Wieder lernten wir andere Bedingungen kennen.

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Neben der Landschaft besichtigten wir aber auch Städte, wie Akko, Haifa, Jerusalem und Tel Aviv. Beeindruckt von wunderschönen Gärten und Städten lernten wir auch eine neue Esskultur kennen. Neben Pizza gab es nämlich auch Falafel, Humus und Shawarma. Zusätzlich bemerkten wir einen weitere Unterscheid zwischen Deutschland und Israel.

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Während bei uns die meisten Städte ähnlich aussehen, gibt es in Israel sehr große Unterschiede. Tel Aviv beispielsweise ist sehr modern, Jerusalem jedoch noch mit sehr alten Gebäuden ausgestattet. Auch wurde die Vielseitigkeit in Israel deutlich. Akko ist sehr arabisch geprägt, Jerusalem dagegen christlich, jüdisch, armenisch und muslimisch.

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Aber auch komplett andere Volksstämme lernten wir kennen, wie die Beduinen. Deren Lebensart beeindruckte uns ebenfalls, auch wenn unser Führer nach einer Zeit nur noch auf Hebräisch redete, was das Folgen erschwerte, bzw. unmöglich machte.

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Bild oben: Klagemauer, Jerusalem.

Da es bei dem Austausch auch um die deutsch-israelische Freundschaft ging, wurden wir an einem Tag im Landratsamt sehr nett empfangen. Neben einer Diskussion über die Wichtigkeit der Freundschaft, die uns sehr gefallen hat, pflanzten wir einen Baum im Wald der Freundschaft. Dieses Symbol ist uns sehr wichtig, um die Vergangenheit nicht zu vergessen und eine bessere Gegenwart und Zukunft zu gestalten.

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Dies wurde uns auch im Holocaust-Museum klar, in dem es um die Judenverfolgung während des Zweiten Weltkriegs ging. Schockiert und beeindruckt von den neu gesammelten Informationen, erweiterten wir unser Bild des Nationalsozialismus. Jedoch fühlten einige sich auch unwohl, da ein gewisses Schuldgefühl gegenüber den Israelis aufkam.

Nach 10 Tagen, die viel zu schnell vorüber waren, ging es auch schon wieder zurück nach Stuttgart. Aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen wegen der Beerdigung des ehemaligen israelischen Präsidenten Shimon Peres war die Verabschiedung am Flughafen leider ein wenig hektisch. Traurig, unsere Austauschpartner verlassen zu müssen begaben wir uns in die Schlange zum Kofferaufgeben, die endlos zu sein schien.  Jedoch war uns noch nicht klar, dass dies erst der kürzere Teil des Wartens war. Als wir nämlich im Flugzeug saßen, wurden wir der mit der unerfreulichen Nachricht vertraut gemacht, der Flughafen könne keine Starthilfe geben. So verbrachten wir rund zwei Stunden bei gut 30 Grad in einem vollbesetzten Flugzeug, dessen Klimaanlage nicht angeschaltet werden konnte. Völlig verschwitzt und teilweise genervt ging es dann doch noch los. Aber nur kurz danach plagte uns die nächste Sorge. In der Angst, den Anschlussflug zu verpassen, wurde schon darüber nachgedacht, was man in Wien so frühstücken kann. Da jedoch die meisten Abenteuer ein Happy End haben, hatten auch wir Glück, nämlich, dass ein anderer Flug von Wien nach Stuttgart eine Verspätung hatte und wir umgebucht werden konnten. Somit kamen wir schließlich gegen 23:00 erleichtert in unserer Heimatstadt an und wurden dort liebevoll von unseren Eltern empfangen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir in diesen zehn Tagen unglaubliche Erfahrungen gesammelt haben. Wir haben nicht nur neue Freunde auf einem anderen Kontinent kennengelernt, sondern sind untereinander selbst auch noch zu besseren Freunden geworden. Es herrschte immer eine gute Stimmung und wir hatten sehr großen Spaß, auch mit den Lehrern. Durch den Austausch haben wir unglaublich viele und neue Erfahrungen gesammelt. Sei es eine komplett andere Kultur, ein anderer Lebensstil oder andere Möglichkeiten, die es hier bei uns in Deutschland nicht gibt. So etwas, wie durch die Wüste zu laufen und eine unglaubliche Landschaft zu genießen, geht in Deutschland in deutlich geringerem Maße. Die Bilder, die unser Gedächtnis gemacht hat, werden wir nie vergessen. Für alle von uns war diese Zeit eine der besten in unserem Leben. Der Austausch bietet viele Chancen, Neues zu entdecken. Neues, was nicht jeder erleben darf.

 

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Textmarke_rot_RBIsraelaustausch 2014: Besuch der Gerlinger Schüler/innen in Israel
18. - 28. Oktober 2014, Samstag bis Dienstag (Folgewoche)

Text: Jörg Weber

Das Austauschprogramm mit Israel ging dieses Jahr für die Schüler/innen der jetzigen Kursstufe 2 in die zweite Runde: Ende Oktober besuchten wir unsere Freunde im oberen Galiläa, die letztes Jahr nach Deutschland gekommen waren. Durch das Aufleben des Konflikts um den Gazastreifen in den letzten Monaten gab es im Vorfeld Besorgnis; wir sind aber sehr froh, dass alle Schülerinnen und Schüler mitkamen, denn es wurde eine spannende Reise. Äußerst herzlich aufgenommen von unseren Gastgebern besuchten wir in Israel einige Orte aus dem Leben Jesu um den See Genezaret, alte Ausgrabungsstätten und  wunderschöne Orte in der Natur - wie zum Beispiel ein Vogelschutzgebiet, in dem jedes halbe Jahr tausende Vögel auf der Reise in den Norden und Süden Rast machen.

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Bild oben: der Felsendom in der Altstadt von Jerusalem; Foto: Peter Johann, 2013.

Ebenso erforschten wir die Geschichte und das Leben im Kibbuz und in den Siedlungen, die sich vor circa hundert Jahren bildeten. Mindestens genauso interessant war jedoch die Gastfreundschaft der Familien und das gute Essen, das doch manches extra Pfund ansetzte! Den Abschluss der Reise bildete ein Ausflug nach Jerusalem, wo wir unter anderem die Delegation des Landkreises Ludwigsburg trafen, die zur gleichen Zeit unterwegs war. Und nun, nach der Rückreise, zurück im Gerlinger Alltag, bleiben uns die vielen Eindrücke und Erinnerungen an dieses besondere Land, vor allem aber die wertvollen Freundschaften, die wir dort schließen durften.

 

Textmarke_rot_RBMission: Israelaustausch; Vortrag von Ahmad Mansour

Text: M. L. & H. L., Klassenstufe K1

Der Austausch mit Israel ist keine einmalige Aktion im Schuljahr, die wir durchführen und uns anschließend zurücklehnen, sondern er ist ein spannendes Projekt, das uns immer weiter begleitet.

Was geschieht gerade aktuell?

Im Februar 2014 machten wir eine Exkursion ins Hotel Wartburg in Stuttgart, wo der palästinensische Israeli Ahmad Mansour vor der deutsch-israelischen Gesellschaft über sein persönliches Israel berichtete. Für uns war es sehr wichtig, durch diesen Vortrag ein genaueres Bild der Situation in Israel zu bekommen, damit wir im Herbst mit mehr Verständnis unsere Reise nach Israel antreten können.

Ahmad Mansour ist arabischer Abstammung und wuchs somit mit vielen Vorurteilen gegenüber der jüdischen Bevölkerung auf. Als er jedoch in Tel-Aviv Psychologie studierte, stellte er schnell fest, dass diese Klischees nicht der Wahrheit entsprachen. Mehr noch – er fand schnell jüdische Freunde.

Ahmad fühlte sich bei seinen neuen Freunden gut aufgehoben, trotz der schwierigen Situation zwischen den beiden Kulturen im Alltag - regelmäßig flogen Busse in die Luft. Später setzte er sein Studium in Berlin fort, wo er noch heute lebt.

Israel_AT_2014_Vortrag Ahmad Mansour

Bild oben: Vortrag von Ahmad Mansou.

Aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen setzt er sich für verschiedene Projekte für ein friedliches Zusammenleben zwischen Arabern und Juden ein. Ahmad Mansour hilft Jugendlichen, Respekt und Toleranz gegenüber anderen Religionen und Kulturen zu gewinnen. Aber auch die Verbesserung der Beziehungen zwischen der arabischen und der jüdischen Kultur ist ihm nach wie vor sehr wichtig.

In diesem sehr interessant gestalteten Vortrag haben wir viel über die Ernsthaftigkeit der Konflikte in Israel erfahren und hatten zudem die Möglichkeit, die Situation aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Ahmad Mansour faszinierte uns mit seinem Mut zur Toleranz.

Darüber sprachen wir auch später noch, als wir den Abend bei einem guten Essen im Ochs’n Willi ausklingen ließen.

Und als nächstes?

Bei den Projekttagen, die gegen Ende des Schuljahres geplant sind, werden wir uns in einem Israel-Projekt intensiv auf unsere bevorstehende Reise nach Israel vorbereiten.

 

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Textmarke_rot_RBIsrael-Austausch 2012 - Besuch der Gerlinger Schüler/innen in Israel
19. - 28. Oktober 2012, Freitag bis Sonntag Folgewoche

Nach dem Besuch der israelischen Austauschpartner/innen in Gerlingen im Herbst 2011 flogen nun im Oktober die Gerlinger Schüler/innen nach Israel. Zwei beteiligte Schülerinnen schildern nachfolgend ihre Eindrücke und Erlebnisse.

Text: L. F.. und M. V.; Fotos: beteiligte Schüler/innen

Stay in touch…

Am Abend des 19. Oktober traten wir unsere Reise nach Israel an, die über einen Aufenthalt am Istanbuler Flughafen und eine 3 stündige Busreise bis in die Golanhöhen im Norden des Landes führte. Unsere Ankunftszeit betrug 4.30 Uhr Ortszeit, doch der kurze Schlaf hinderte uns nicht daran, das von den jeweiligen Gastgeber-Familien unterschiedlich gestaltete Programm am Schabbat (Samstag, der Ruhetag in Israel) zu genießen. Zum Abschluss des Tages trafen sich alle wieder zu einem Barbecue.

Je nachdem, bei wem wir untergebracht waren, erlebte jede(r) von uns ganz Unterschiedliches. Dem einen fiel vor allem die Gastfreundschaft und Gelassenheit der Israelis auf, die sich in Deutschland gehetzt gefühlt hatten. Dem anderen klingt der israelische Umgangston noch im Ohr: "It's not: Could you give me the pita please, it's: Give me the pita!" Spannend für uns war es auch, etwas vom Leben in einem Kibbuz zu erfahren. Manche von uns erlebten dies täglich, da ihre Gastgeber in einem Kibbuz wohnten. Gemeinsam besichtigten wir aber auch das Kibbuz Dafna und wurden in die Verwaltung eines Kibbuz eingeführt. Innerhalb Dafnas, etwas isoliert vom restlichen Kibbuz, befindet sich die Har VaGai Regional High-School, unsere Partnerschule.

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Bild oben: Jerusalem (Felsendom auf dem Tempelberg).

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Bild oben: Westmauer am Zugang zum Tempelberg  (Klagemauer); Foto: Peter Johann, 2013

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Israel_2012_4Bild oben: Jerulsalem / Ölberg

Das Highlight unseres Aufenthaltes war die Fahrt zum Toten Meer und die anschließende Übernachtung in Jerusalem. Besonders beeindruckend und berührend war auch die Besichtigung des Holocaust Museums in Yad Vashem.

Bild rechts: die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Die Rolle des Christentums und des Judentums, aber auch die des Militärs in der israelischen Gesellschaft, waren Themen, über die wir viel zu reden und zu diskutieren hatten.

Nicht nur, weil die Lehrer uns dazu animierten, sondern weil die Fragen nur so aus uns sprudelten, als die Eindrücke Israels auf uns einflossen. Weitere Ausflugsziele waren ein Naturreservat im Hula-Tal, wo viele Vögel einen Stopp auf ihrer Reise in den Süden machen, ein Besuch an der syrischen Grenze auf den Golan-Höhen und an der libanesischen Grenze in Misgav Am.

 

 

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Bild oben: am See Genezareth.

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Bild oben: am Toten Meer.

Der Kulturaustausch bestand nicht nur aus Vorträgen: Wir erlebten das Sicherheitsgefühl mit Soldaten an unserer Seite nahe der „feindlichen Grenze“, wärmten uns gegenseitig mit Decken gegen die Kälte des Regens auf den Golan Höhen und spielten uns gegenseitig neue Musiktitel vor.

Von dem insgesamt traumhaften Wetter Israels wollten wir uns nur ungern verabschieden, besonders als wir von dem frühen Wintereinbruch in Gerlingen hörten. Bis auf einen regnerischen Tag, dem es zu verdanken war, dass wir zum ersten Mal freie Sicht über das sehr schöne Landschaftsbild Israels hatten (wir konnten sogar über den Libanon hinweg das Meer sehen), bescherte uns die Wetterfee warmen Sonnenschein.

Zum Essen sei noch gesagt: Hummus (eine Kichererbsenpaste) und Falafel (auch hierzulande bei türkischen Imbissen erhältlich) sind jetzt zu unseren neuen Lieblingsspeisen geworden, und beim Verspeisen von Äpfeln, Avokados, Kiwis und Orangen denken wir an die großen, israelischen Plantagen.

Das letzte Wochenende genossen wir noch einmal in vollen Zügen. Zum Abschluss trafen wir uns mit den israelischen und deutschen Lehrern im Haus einer Austauschschülerin. Wir ließen die drei gemeinsamen Wochen Revue passieren, stellten noch einmal letzte Unklarheiten richtig, fragten, erzählten, diskutierten. In den letzten Minuten malten und schrieben wir auf T-Shirts, die wir schon zu Hause gedruckt hatten und als Geschenk mitgebracht hatten, Erinnerungen, Unterschriften und nette Sprüche. Es entstanden Kunstwerke, die uns immer an das gelungene israelisch-deutsche Austauschprogramm, an unsere neuen Freunde, deren Familien und an das ferne warme Israel erinnern werden.

 

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Textmarke_rot_RBIsrael-Austausch 2010 - Besuch in Israel
24. Oktober - 2. November 2010

Text: C. E. und M. P.; Fotos: beteiligte Schüler/innen

Nach dem erfolgreichen Besuch unserer israelischen Gäste im letzten Herbst erwartete uns auch in diesem zweiten Teil des Austauschs ein abwechslungsreiches und spannendes Programm in Israel.

Mit einem herzlichen Empfang in den Gastfamilien – für manche der Schüler in Kibbuzim - begann diese Woche. Der Besuch der Har Vagai Regional School, in der wir uns dank wunderschöner Grünanlagen sofort wohl fühlten, bot uns Einblick in das etwas andere Schulleben in Israel.

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Bild oben: Har Vagai Regional School

Hier bekamen wir auch die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Rahel Rabin, der Schwester des früheren israelischen Premierministers Jizchak Rabin – einer der Mitbegründerinnen der Har Vagai Regional School.

Abendliches Highlight war unser gemeinsames Abendessen in einem der Kibbuzim: unsere Gastgeber kochten für uns die traditionelle Kibbuz-Spezialität „Poyke“. Köstlich!

Am Dienstag, den wir am See Genezareth verbrachten, folgten wir den Spuren Jesu. So besichtigten wir nicht nur den Berg der Seligpreisung, an dem Jesus die Bergpredigt hielt, sondern auch eine der vier (oder doch fünf?) mutmaßlichen Taufstätten am Jordan und die Ruinen des Fischerdorfs Kapernaum – Heimat der meisten seiner Jünger.

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Bild oben: Die Ruinen von Kapernaum

Der jüngeren Geschichte des Landes begegneten wir im so genannten „Valley of Tears“ auf den Golanhöhen – einem Schlachtfeld im Jom-Kippur-Krieg. Das war für uns ein ganz besonders eindrückliches Erlebnis, da uns kurz zuvor in dem vermutlich einzigen Kibbuz mit Kino ein sehr emotionaler Dokumentarfilm über diesen Krieg gezeigt wurde.

Außerdem bot sich uns hier auf den Golanhöhen eine einmalige Aussicht auf die angrenzenden Staaten Syrien und Libanon.

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Bild oben: Sicht auf Syrien und Libanon.

Am Donnerstag fuhren wir in die Küstenstadt Akko, die wegen ihrer spannenden Geschichte sogar die Geschichtsmuffel unter uns beeindruckte. So prägten sowohl die Spuren der Kreuzritter als auch der Muslime das Stadtbild. Heute ist Akko hauptsächlich von israelischen Arabern bewohnt, was auch die Fülle an orientalischen Märkten erklärt.

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Bild: Markt in Akko

Wir genossen den Stadtbummel durch die verwinkelten Gassen der Altstadt und probierten uns durch sämtliche Gewürzstände der arabischen Märkte (siehe Bild oben).

Nachdem wir das Wochenende in unseren Gastfamilien verbracht hatten, trafen wir uns am Sonntag in alter Frische wieder in der Schule, um gemeinsam nach Jerusalem aufzubrechen, wo wir die letzten drei Tage unseres Israel-Aufenthalts verbringen würden.

Erste Station dort war die Holocaust-Gedenk- und Bildungsstätte Yad Vashem.

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Bild oben: Yad Vashem.

Nicht nur die ausführliche Führung, sondern auch das architektonisch genau durchdachte Museumsgebäude beeindruckte uns sehr.

Nicht weit von Yad Vashem befindet sich auch der Herzl-Berg, Grab- und Gedenkstätte Theodor Herzls, des „geistigen Vaters“ Israels.

Der Ausflug zum Toten Meer am nächsten Tag war für viele von uns einer der Höhepunkte des Austauschs. Unbeschreiblich, dieses Gefühl, auf dem Meer zu „schweben“!

Zurück in Jerusalem führte uns die Via Dolorosa (wobei von der Bedeutung „Leidensweg“ bei all dem buntem Treiben, das auf den Gassen herrschte, nicht mehr viel zu erkennen war) zur erdrückend überdekorierten Grabeskirche, dem christlichen „Zentrum“ Jerusalems.

Danach an der Klagemauer folgten auch wir der Tradition und steckten unsere mit Wünschen beschriebenen Zettelchen in die Mauerritzen. Dabei war es für uns spannend zu sehen, welche Bedeutung dieser Ort für die jüdischen Gläubigen hat.

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Bild oben: die Klagemauer.

Diesen - leider schon letzten - Tag in Jerusalem ließen wir schließlich bei einem gemeinsamen Abendessen in einem Humusrestaurant ausklingen, bevor wir uns am nächsten Morgen tränenreich verabschiedeten und wieder ins vertraute Gerlingen zurückkehrten.

 

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6. - 16. Oktober 2009

Text: Tobias Baumann, Stefan Krebs (Klassenstufe 12); Bilder: der Webmaster

Nach Monaten der freudigen Erwartung war es endlich so weit: Wir konnten unsere israelischen Gäste am Dienstagabend am Flughafen abholen. Da wir uns gegenseitig schon über das Internet kennen gelernt hatten, fanden die jeweiligen Paare ganz schnell zusammen und konnten recht bald den Abend gemeinsam in den Familien verbringen.

Den ersten Vormittag verbrachten alle 15 Teilnehmer mit ihren jeweiligen Austauschpartnern und der ganzen Stufe 12 in der Jahnhalle, wo wir sowohl die kulturellen Unterschiede als auch die Gemeinsamkeiten im Schulprojekt „Bilder und Selbstbilder“ präsentierten und diskutierten, alles auf Englisch wohlgemerkt. Am Nachmittag waren alle am Austausch Beteiligten im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart. Hier konnten wir Teile der deutschen Geschichte mit dem Automobilbau bei Mercedes-Benz in Verbindung bringen. Um den Austauschschülern einen weiteren Einblick in die deutsche Kultur zu eröffnen, ging es anschließend direkt auf den nahe gelegenen Cannstatter Wasen.

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Bild oben: an der KZ-Gedenkstätte in Leonberg: seit Mai 2005 existiert am Tunneleingangsportal eine 25 Meter lange und 3 Meter hohe Namenswand aus Stahlblech, in welche die Namen aller bekannten KZ-Häftlinge per LASER eingeschnitten sind.

Am nächsten Tag trafen wir uns am Gerlinger Stadtmuseum und hörten einen Vortrag zweier Schüler der 13. Klasse über das Schicksal der Gerlingerin Johanna Schweizer, die in der Zeit des Nationalsozialismus Opfer des Euthanasieprogramms wurde. Direkt im Anschluss wanderten wir zum ehemaligen Autobahntunnel nach Leonberg. Dort mussten am Ende des 2.Weltkriegs KZ-Häftlinge Zwangsarbeit verrichten; heute ist hier eine Gedenkstätte mit einer Ausstellung, in der wir das schon im Geschichtsunterricht Gelernte noch einmal eindrücklich betrachten konnten.

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Bild oben: Schüler/innen des Robert-Bosch-Gymnasiums und ihre israelischen Gäste bei den Vorträgen über die “Bedeutung des Rheins für die deutsche (Kultur-)Geschichte, in einem der Multimediaräume der Schule.

Nachmittags erarbeiteten wir im PC-Raum der Schule Vorträge zum Thema „Bedeutung des Rheins für die deutsche (Kultur-)Geschichte“ als Vorbereitung unserer Fahrt ins Rheinland. Freitags fuhren wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Wandern ins Monbachtal. Zur Überraschung war das letzte Ziel eine Eislaufhalle, in der wir dann (fast) alle viel Spaß beim Schlittschuhlaufen hatten.

Samstag und Sonntag waren Familientage zur freien Gestaltung.

Montag in der Früh fuhren wir erst mit dem Bus nach Bingen, dann mit dem Schiff auf dem Rhein flussabwärts nach St. Goar. Nach kurzem Aufenthalt ging es weiter auf die Marksburg, wo wir eine Führung bekamen. Als auch diese letzte Zwischenstation gemeistert war, kamen wir nach weiterer Fahrt schließlich in unserem ersten Quartier, der Jugendherberge in Bonn, an.

Am Dienstag begann der Tag mit einem Gang durch das ehemalige Bonner Regierungsviertel, das, verglichen mit dem der heutigen Hauptstadt Berlin doch sehr bescheiden wirkt. Danach stand ein Besuch im Bundesministerium für Verteidigung auf der Tagesordnung mit anschließendem Essen in der Bundeswehr -Kantine. Nachmittags wurden wir durch das Haus der Geschichte der BRD in Bonn geführt und hatten dann ein wenig Zeit, die Innenstadt Bonns zu besichtigen. Am frühen Abend fuhren wir schließlich in unser zweites Quartier, eine Jugendherberge in Köln-Riehl. Am Abend hatten wir freie Zeit um „Köln bei Nachtzu erleben.

Der darauf folgende Tag begann mit einer Führung im Römisch-Germanischen Museum, was ja auf der Hand lag, da Köln eine von den Römern gegründete Stadt ist. Anschließend folgte eine Besichtigung des Doms, dem Wahrzeichen der Stadt Köln, mit darauf folgender Turmbesteigung. Nachmittags besuchten wir die Türkisch-Islamische Union in Köln. In deren Verwaltungsgebäude waren wir zu einem interkulturellen Dialog zwischen den drei Religionen eingeladen, mit Herrn Alboga, einem Mitglied der Islamkonferenz, und Herrn Lehrer von der Jüdischen Gemeinde Köln. Den letzten Abend in Köln ließen wir mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.

Bevor wir wieder heimfuhren, besuchten wir am Donnerstag das Museum im ehemaligen Kölner Gestapohaus. Auf der Fahrt Richtung Gerlingen machten wir dann noch Zwischenhalte am Deutschen Eck in Koblenz und in Worms, wo wir den ältesten jüdischen Friedhof in Europa und das berühmte Luther -Denkmal aufsuchten. Diese Orte reihten sich ein in die Vielzahl historischer Orte, die wir auf unserer Fahrt kennen lernten.

Wieder im Ländle zurück, waren wir am Freitag im Landratsamt Ludwigsburg bei Landrat Herrn Dr. Haas zu einem kurzen netten Empfang eingeladen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen mussten schon wieder die Koffer gepackt werden, um rechtzeitig am Flughafen einzutreffen.

Schweren Herzens hieß es jetzt Abschied nehmen und Warten auf ein baldiges Wiedersehen im Oktober 2010!

Abschließend kann man sagen, dass wir in diesen unvergesslichen zehn Tagen sehr viel Geschichtliches und vor allem Kulturelles gelernt haben und auf jeden Fall unglaublich viel Spaß hatten!

Stellvertretend für alle Teilnehmer sagen wir Herrn Epple und Herrn Würger vielen Dank für diesen ereignisreichen ersten Teil des Israel-Austausches.

 

Textmarke_rot_RBBesuch der israelischen Austauschschüler in Gerlingen / Rheinfahrt

Text und Bilder: Robert Fingerle, Klassenstufe 12

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Bild oben: Blick von einem der Türme des Kölner Doms auf die Stadt, den Rhein und die Hohenzollernbrücke.

Dienstag, 6.10.2009.

Am frühen Abend kamen die israelischen Gäste am Stuttgarter Flughafen an. Unser Zusammentreffen verlief sehr harmonisch. Dies war nicht zuletzt deshalb so, weil man endlich die Menschen kennen lernte, zu denen man über Internet schon länger Kontakt hatte. Nach einem kurzen Aufenthalt bei den Familien traf sich die Gruppe danach noch für ein paar Stunden zum gemütlichen Beisammensein im Exlibris.

Mittwoch, 7.10.

Morgens fand ein Projekt mit der gesamten Klassenstufe 12 in der Jahnhalle statt. Es diente dem Kennenlernen der beiden Alltagskulturen. Erfahrungen mit Spielen unserer Kindheit, mit Idolen aus der Welt der Musik oder mit populären TV-Serien wurden ebenso verglichen wie landestypische Speisen. Trotz mancher Unterschiede waren die Ähnlichkeiten doch verblüffend.

Am Nachmittag besuchten wir das Mercedes-Benz-Museum, um den Gästen neben einem wichtigen Wirtschaftszweig der Region auch dessen Verbindung zur deutschen Geschichte näher zu bringen.

Donnerstag, 8.10.

Am Morgen informierten uns zwei Schüler der Klassenstufe 13 über das Schicksal der Gerlinger Bürgerin Johanna Schweizer, die in der Zeit des Nationalsozialismus Opfer des NS-Euthanasieprogramms geworden war. Direkt im Anschluss ging es nach Leonberg zur Gedenkstätte für die Zwangsarbeiter im ehemaligen Autobahntunnel. Ziel dieser Exkursion war es, Geschichte vor Ort zu verdeutlichen, Geschichte mal anders zu erleben als im Schulunterricht.

Am Nachmittag bereiteten wir unsere anstehende Exkursion zu einigen wichtigen Orten deutscher Kultur und deutsch-jüdischer Geschichte entlang des Rheins anhand kurzer Referate vor.

Freitag, 9.10.

Am frühen Morgen starteten wir zu einer ganztägigen Schwarzwald-Wanderung, bei der die Gäste unsere heimische Natur kennen lernen sollten. Anschließend gingen wir in der Nähe von Bad Liebenzell eislaufen. Wir hatten viel Spaß dabei, was unser Gemeinschaftsgefühl weiter stärkte.

Samstag/Sonntag, 10./11.10.

Das Wochenende sollte zwar den Familien gehören, wir hatten uns aber entschlossen, den Tag gemeinsam in Stuttgart zu verbringen.

Montag, 12.10.

Am Beginn der Woche begann unsere Rhein-Exkursion. Mit dem Bus ging es zunächst nach Bingen, von dort mit dem Schiff nach St. Goar, dann wieder mit dem Bus zur Marksburg und schließlich in die Jugendherberge nach Bonn. Dort starteten die Lehrer am Abend noch eine Diskussionsrunde. Das Gespräch kreiste um die Frage, welche Erwartungen die Austauschteilnehmer an die Begegnung hatten und inwieweit diese bisher bestätigt wurden. Betont wurden hierbei vor allem die vielen Gemeinsamkeiten, was z .B. unser Freizeitverhalten betrifft. Nur sehr vorsichtig wurde die Frage gestellt, inwieweit die Vergangenheit die Einstellung heutiger Jugendlicher berührt, inwiefern Vorurteile oder Schuldzuweisungen die Beziehung zwischen israelischen und deutschen Schülern beeinflussen.

Dienstag, 13.10.

Nach dem Aufwachen hieß es aufstehen, zusammenpacken, frühstücken und auschecken. Dann erkundeten wir die frühere Bundeshauptstadt Bonn. Mit einer Führung im Haus der Geschichte, einem Vortrag im Bundesministerium für Verteidigung und einem Rundgang durch das ehemalige Regierungsviertel hatten wir einen sehr interessanten Tag. Sowohl deutsche als auch israelische Schüler konnten sehen, wie die Regierungsgebäude der unmittelbaren Nachkriegszeit die Konsequenzen aus dem 2. Weltkrieg berücksichtigten. Der Einblick in das Selbstverständnis deutscher Politik und deren Repräsentanten im „Provisorium Bonn“ war sehr aufschlussreich. Zur Erholung gab es dann noch Zeit zum Einkaufen, bevor es weiter ging nach Köln in die Jugendherberge. Am Abend machten wir noch einen kleinen Abstecher in die Kölner Innenstadt. Neben der ausgeprägten Kneipenkultur war für viele besonders beeindruckend der Blick nach oben zu den Türmen des Kölner Doms beim Ausstieg aus der U-Bahn.

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Bild oben: Blick auf Köln vom Dom aus.

Mittwoch, 14.10.

Den Morgen konnten wir ruhiger angehen lassen, da wir ja nicht auschecken mussten. Zunächst besuchten wir das Römisch-Germanische Museum, um etwas über die frühe Kölner Geschichte zu erfahren, besichtigten danach den Kölner Dom und trafen uns schließlich mit Vertretern der Türkisch-Islamischen Union und der Jüdischen Gemeinde in Köln zu einer Diskussionsrunde (siehe Bild unten). Thema war die Situation religiöser Minderheiten in Deutschland. Am Abend trafen wir uns wieder zu einem gemeinsamen Abendessen.

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Donnerstag, 15.10.

Nun hieß es wieder auschecken. Auf dem Weg nach Hause steuerten wir weitere Stationen an. Zur ersten Station, dem Kölner EL-DE-Haus, war es nicht weit. Die ehemalige Gestapo-Zentrale bot Einblicke in den menschenverachtenden Umgang der Geheimen Staatspolizei mit Gegnern des NS-Regimes.

Danach ging es weiter zum Deutschen Eck in Koblenz. Der Ort verdeutlicht die Entwicklung des Nationalgedankens vor und nach den Weltkriegen. Dann ging es nach Worms, der Stadt, in der Luther seine Position vor dem Reichstag verteidigen musste. Außerdem besuchten wir dort den mehr als 900 Jahre alten jüdischen Friedhof, den ältesten in Europa. Man konnte Reste von Grabsteinen sehen, die genauso alt sind wie der Friedhof selbst. Anschließend fuhren wir nach Hause. Trotz Erschöpfung von der Reise trafen sich alle am Abend noch einmal, um den Abschied ein wenig zu begießen.

Freitag, 16.10.

Am letzten Tag besuchten wir das Landratsamt in Ludwigsburg, wo wir von Herrn Dr. Haas herzlich begrüßt wurden. In seiner Ansprache betonte er immer wieder die besondere Bedeutung der Partnerschaft mit Israel.

Am Abend brachten wir unsere israelischen Gäste zum Flughafen. Der Abschied fiel allen sehr schwer - wir freuen uns jetzt schon auf das Wiedersehen in einem Jahr.

 

 

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